Analyse

Der Gaza-Krieg wühlt Europa auf

Demonstranten in Paris verlangen eine Waffenruhe in Gaza.
Demonstranten in Paris verlangen eine Waffenruhe in Gaza. AFP/Dimitar Dilkoff
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Je länger der israelische Feldzug gegen die Hamas dauert, desto mehr Gräben brechen in Europas Gesellschaften auf. Stimmungsberichte der „Presse“-Mitarbeiter aus Paris, Brüssel, London und Berlin.

Seit dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober blickt Europa gebannt in den Nahen Osten. Die Stimmung drehte sich schnell, sobald sich Israel zu Wehr setzte. In vielen Ländern brach sich ungehemmter Antisemitismus Bahn, nicht nur unter muslimischen Bevölkerungsgruppen, sondern auch von extrem linker Seite.

Frankreich: Wilde Polemiken

Paris. In Frankreich leben rund sechs Millionen Muslime und, oft als Nachbarn, die größte jüdische Gemeinde Europas (rund 500.000). Es war zu erwarten, dass die schockierenden Bilder des Kriegs zwischen Israel und der Hamas die konfessionellen Spannungen verschärfen würden. Es kam zu einer Welle von 1500 antisemitischen Vandalen­akten, auch zu Schmierereien auf Moscheen.

Verantwortlich dafür sind Extremisten. An einer Kundgebung gegen Antisemitismus am 12. November aber blieb die jüdische Gemeinde ein wenig auf sich gestellt, besonders die Präsenz der muslimischen Landsleute (aber auch vieler anderer Mitbürger) ließ zu wünschen übrig. Präsident Macron nahm ebenfalls nicht teil.

Ein beschädigter jüdischer Grabstein auf einem Friedhof in Moulin-sous-Touvent nördlich von Paris.
Ein beschädigter jüdischer Grabstein auf einem Friedhof in Moulin-sous-Touvent nördlich von Paris. APA / AFP / Francois Nascimbeni

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