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Venezuelas Präsident nennt argentinischen Wahlsieger Milei „Neonazi“

Nicolas Maduro bei einer Rede am 20. November.
Nicolas Maduro bei einer Rede am 20. November. APA / AFP / Marcelo Garcia
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Der linke venezolanische Präsident Maduro wettert gegen ultra-liberalen, designierten Amtskollegen als
„Vasallen der USA“. In Europa erhofft man sich hingegen bessere Beziehungen zu Argentinien.

Der Wahlsieg von Javier Milei bei der Präsidentschaftwahl in Argentinien löst gemischte Reaktionen bei seinen Nachbarn aus. Der linke venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat den Rechtspopulisten Javier Milei nach dessen Wahlsieg bei der Präsidentenwahl in Argentinien als „Neonazi“ bezeichnet. „Der rechtsextreme Neonazi hat in Argentinien gewonnen“, sagte Maduro am Montag im Staatsfernsehen seines Landes. Das Auftauchen „eines Rechtsextremisten mit einem kolonialen Projekt“ sei „eine schreckliche Bedrohung“.

Maduro, der immer wieder gegen die USA wettert, warf Milei vor, „vor dem nordamerikanischen Imperialismus auf die Knie“ zu gehen und „das Projekt“ der in den 1970er Jahren in Argentinien, Chile und Uruguay errichteten, rechten Diktaturen fortsetzen zu wollen.

Hoffen auf ein Ende der Wirtschaftskrise

Milei hatte sich bei der Stichwahl am Sonntag klar mit 55,6 Prozent gegen seinen Rivalen, Wirtschaftsminister Sergio Massa, durchgesetzt. Viele Argentinierinnen und Argentinier erwarten von Milei, dass er das südamerikanische Land aus seiner schlimmen Wirtschaftskrise herausführt. Im Wahlkampf hatte Milei nicht nur mit seinen radikalen Wirtschafts- und Finanzplänen für Furore gesorgt. Der 53-jährige, ultra-liberale Ökonom sprach sich auch gegen Abtreibungen und Sexualkundeunterricht aus und leugnete den menschengemachten Klimawandel.

Maduro seinerseits war 2018 erneut zum Präsidenten Venezuelas gewählt worden. Seine Wiederwahl war von einem Teil der internationalen Gemeinschaft aufgrund von Betrugsvorwürfen seitens der wichtigsten politischen Oppositionsparteien als unrechtmäßig abgelehnt worden.

Zurückhaltung aus Brasilien, Gratulationen aus Europa

Ohne seinen künftigen Kollegen direkt zu erwähnen, schrieb der linke brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auf X: „Ich wünsche der neuen Regierung viel Glück und Erfolg. Argentinien ist ein großes Land und verdient unseren ganzen Respekt. Brasilien wird immer bereit sein, mit unseren argentinischen Brüdern und Schwestern zusammenzuarbeiten.“

Der linke kolumbianische Staatschef Gustavo Petro wählte harschere Worte. „In Argentinien hat die extreme Rechte gesiegt, das ist die Entscheidung der Gesellschaft. Traurig für Lateinamerika: Der Neoliberalismus hat keinen Vorschlag mehr für die Gesellschaft, er kann nicht auf die aktuellen Probleme der Menschheit reagieren.“

Unterstützung erhielt Milei hingegen aus Europa. „Glückwunsch, lieber Milei, zum großartigen Sieg bei den argentinischen Präsidentschaftswahlen“, schrieb der Vorsitzende der rechtspopulistischen spanischen Partei Vox, Santiago Abascal, auf X. „Es lebe Spanien, es lebe Argentinien, souverän und frei von Sozialismus.“ (APA)


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