Diplomatie

Kroatischer Diplomat wegen Spionage-Vorwurf aus Serbien ausgewiesen

Der Erste Sekretär der kroatischen Botschaft wurde zur unerwünschten Person erklärt. Laut serbischen Medien wird ihm Spionage vorgeworfen. Zagreb sieht das als Schritt zur Verschlechterung der Beziehungen der beiden Länder.

Die Ausweisung eines kroatischen Diplomaten aus Serbien sorgt für neue Verstimmungen zwischen den Nachbarländern. Der erste Sekretär der kroatischen Botschaft in Belgrad wurde laut serbischen Medienberichten wegen Spionage zur unerwünschten Person erklärt, wie die kroatische Nachrichtenagentur HINA berichtete. Zagreb bezeichnete dies als Schritt zur Verschlechterung der bilateralen Beziehungen und zur Destabilisierung der Lage in der Region.

Das serbische Außenministerium erklärte am gestrigen Montag den kroatischen Diplomaten zur sogenannten Persona non grata. Aus Belgrad hieß es, er hätte „die diplomatischen Normen grob überschritten“. Weitere Details wurden offiziell nicht bekanntgegeben. Unterdessen berichtete der regierungsnahe serbische Boulevardblatt „Večernje novosti“, dass es sich „um einen Fall von dokumentierter Spionage und Anwerbung für den kroatischen Dienst“ handle.

Zagreb ortete „Verschlechterung der gegenseitigen Beziehungen“

Zagreb bedauerte die Ausweisung und wies die Gründe entschieden zurück. „Die Entscheidung Serbiens ist ein Schritt in Richtung einer Verschlechterung der gegenseitigen Beziehungen sowie einer weiteren Destabilisierung der sensiblen politischen und sicherheitspolitischen Lage in der Region“, betonte das kroatische Außenministerium in einer Mittelung am Montagabend. Das Außenamt fügte laut HINA hinzu, dass es sich das Recht vorbehalte, auf diesen Schritt „zu einem Zeitpunkt und in einer Art und Weise seiner Wahl“ zu reagieren.

Das kroatische Außenministerium stellte einen Zusammenhang der Ausweisung mit den bevorstehenden Parlamentswahlen in Serbien her und betonte, dass dies zusätzlichen Druck auf das Personal der kroatischen Botschaft im Vorfeld der Wahlen ausübe. Zagreb bedauerte, dass „die erwartete Eskalation der Beziehungen durch Serbien zu diesem Zeitpunkt mit der drastischen Entscheidung, den Diplomaten auszuweisen, realisiert wurde“. (APA)

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