Expansion

„Der beste Döner der Welt“: Was ist dran am Hype um Ferhat?

Demnächst eröffnet Ferhat Yildirim sein Flagship-Lokal.
Demnächst eröffnet Ferhat Yildirim sein Flagship-Lokal. Bayrhammer
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Manche bezeichnen ihn als den beste Döner der Welt, der Bürgermeister war auch schon da. Und jetzt expandiert Ferhat Döner. Ein Besuch in Favoriten – lange Schlangen inklusive.

Die Schlange weist einem den Weg: Mehr als 20 Menschen stehen kurz nach Mittag vor einem kleinen Dönerlokal in der Favoritenstraße. Dass drinnen auch nochmal rund zehn Personen auf ihr Essen warten, wird einem erst später klar. Ob immer so viel los sei? „Heute ist es wenig“, sagt die Dame mit dem weißen Kopftuch, die mit einem riesigen Tablett türkischen Tee an die Wartenden verteilt – was für ein Service! Ein junger Mann bestätigt: An starken Tagen staut es sich bis zur U-Bahn-Station.

Wir befinden uns bei Ferhat Döner. Für manche der beste Döner von Wien, ja: der ganzen Welt. Das sagt zumindest der Kulinarik-Youtuber Lukas Galgenmüller – dessen Ferhat-Video 1,3 Millionen Menschen angeschaut haben. Bürgermeister Michael Ludwig war auch schon da. Und Restaurantkritiker haben dem Ferhat-Döner ebenfalls schon ihren Segen gegeben.

Neues Flagship-Lokal

Vor knapp zwei Jahren hat das Imbisslokal aufgesperrt – und während die meisten Hypes relativ rasch abklingen, hat sich die Begeisterung hier offenbar gehalten. So sehr, dass Ferhat Yildirim nun kräftig expandiert und am 1. Dezember auf 400 Quadratmetern nebenan sein neues Flagship-Lokal aufsperrt. Mit einem hochoffiziellen Akt: inklusive Gebet und dem türkischen Botschafter.

Aktuell agiert die Dönerzentrale noch auf kleinem Raum. Zwei Herren säbeln mit langen, scharfen Messern an gigantischen Dönerspießen, dahinter züngeln die Flammen des Holzfeuers hoch. Daneben wirft eine Frau pausenlos hauchdünne Dürümfladen auf eine Art bedeckelte Feuerschale. Auch das Sandwichbrot ist hausgemacht, Fleisch ist österreichisches Weiderind. Geworben wird mit: „Der reine, unverfälschte und natürliche Geschmack.“  

Touristen aus Bratislava

„Ich ess Döner nur hier“, sagt der junge Mann aus der Schlange. „Wegen der Qualität von allen Komponenten, das Fleisch, das Brot, das hier immer schon selber gemacht wurde.“ Und während weiter hinten darüber gefachsimpelt wird, warum das Dönerfleisch hier so besonders gut ist („Der brät das Fleisch hier ganz langsam an“), werden weiter vorne Videos gemacht: Zwei slowakische Touristen sind auch da – auf Empfehlung eines Freundes aus Bratislava.

Was es hier gibt: Fleisch – am Teller, im Dürümfladen oder im Sandwichbrot, in jeweils drei Portionsgrößen (120 Gramm, 180 Gramm oder – für ganz Hungrige: 240 Gramm). Der Döner im Dürüm ist tatsächlich spitze: rauchiges, richtig dünn heruntergesäbeltes und überhaupt nicht fettes Fleisch, dazu Zwiebel, Rotkraut und – zwar nicht original – Joghurtsauce, all das im feinen Dürüm.

„Der zweitbeste Döner“

Alles in allem: Lichtjahre entfernt von dem schweren, fetttriefenden Kebab, das man früher spätnachts irgendwo orderte. Auch wenn der Zwiebelatem einen an frühere Kebab-Erfahrungen erinnert. Ist es der beste Döner, den man je hatte? Kann gut sein – wobei diese Frage wohl jemand mit mehr Dönerhunger beantworten müsste. „Für mich ist es der zweitbeste“, sagt der slowakische Tourist. „Der beste war ein hausgemachter.“

Wie viele Döner hier jeden Tag verkauft werden? Die Dame an der Kassa zuckt nur mit den Schultern. Erfahrungsgemäß sind die Dönerspieße aber abends aufgebraucht. Offiziell hat Ferhat bis um 21 Uhr geöffnet. „Wenn man Glück hat, gibt‘s um acht Uhr noch was“, sagt der junge Stammgast aus der Schlange. „Meistens ist der Spieß dann aber schon leer.“

Zumindest die Schlange dürfte mit dem neuen Lokal nebenan etwas kürzer werden.

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