Städtereise

Am Wasser zeigt Istanbul sich von einer neuen Seite

Vom Galataturm bis zum Goldenen Horn reicht das Karaköyviertel. Am Wasser: der Galataport-Komplex.
Vom Galataturm bis zum Goldenen Horn reicht das Karaköyviertel. Am Wasser: der Galataport-Komplex.Beigestellt/The Peninsula
  • Drucken

Ein umgestaltetes Stadtviertel von Istanbul hat dieses Jahr mit der Eröffnung des Istanbul Modern Museums im Neubau von Renzo Piano und eines Luxushotels seine endgültige Form angenommen.  

An das Karaköy von Ara Güler, dem berühmten Chronisten des Istanbuler Stadtlebens im 20. Jahrhundert, erinnert in eben diesem Stadtteil mit seinem neuen Antlitz gerade denkbar wenig. Gülers Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentierten ein Leben in diesem Viertel, das sich zum Bosporus und zum Goldenen Horn öffnet, wie es hier längst nicht mehr stattfindet; einst geprägt von den rauen Bedingungen der Fischerei und einem Arbeitermilieu.

An die Stelle von Baracken, Warenhäusern und alten Schiffsanlegestellen ist ein ultramoderner, effizient geplanter Waterfront-Komplex getreten, der als Platzhalter für das Istanbul des 21. Jahrhunderts dienen soll. Verglichen damit wirken die von Güler festgehaltenen Szenen, er starb 2018 im Alter von 90 Jahren, als entstammten sie einer fernen Vergangenheit. Und doch nimmt seine Arbeit gerade an diesem Ort auch in der Gegenwart einen prominenten Platz ein. Gänzlich in Vergessenheit geraten soll dieses gestrige Istanbul, das mit ihm – wie übrigens seinem Freund, dem Nobelpreisträger Orhan Pamuk – so eng verbunden ist und manche pittoresk finden mögen, wohl nicht.

So finden sich Gülers Bilder als Großformate selbstverständlich in den Ausstellungsräumen des brandneuen, kurz vor dem Sommer 2023 in einem Neubau von Renzo Piano wiedereröffneten Istanbul Modern Museums. Dieser Bau ist eines der Herzstücke des neuen Uferbereichs zum Bosporus und liegt in etwa da, wo einst die Fischernetze aus Gülers Bildern aufgespannt waren. Nach der Wiedereröffnung des Atatürk Kulturzentrums (AKM) am Taksim-Platz vor zwei Jahren, ebenfalls ein denkwürdiges Ereignis für das Kulturgeschehen vor Ort, gelangte als nächste bauliche Großleistung das ambitionierte Galataport-Projekt mit dieser Museumseröffnung zu seiner Vollendung.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.