Lust auf Klassik

Musiksalon: Jetzt geht auch der „Presse“-Kritiker auf Tournee

Violinistin Birgit Kolar.
Violinistin Birgit Kolar.Guenther Peroutka
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Wilhelm Sinkovicz lud zum letzten „Presse“-Musiksalon des heurigen Jahres, bevor es 2024 auf „Grand Tour“ geht.

Es war ein „Grande Finale“, bevor die „Grand Tour“ startet – wenn man Italienisch und Französisch gleichermaßen bemühen möchte: Zum letzten Mal für dieses Jahr bat Wilhelm Sinkovicz, Klassik-Musikkritiker der „Presse“, am Mittwochabend zu seinem Musiksalon. Er machte im Theatermuseum mit Anekdoten, Informationen und Videoausschnitten Lust auf die Höhepunkte der kommenden Monate im Wiener Klassikleben.

So konnten die Besucherinnen und Besucher einen historischen Videomitschnitt der Studioaufnahmen von „West Side Story“ sehen – und dabei hören, wie Leonard Bernstein den Song „America“ einst gesungen und gespielt haben wollte. Sinkovicz sorgte so für einen Vorgeschmack auf die Premiere des Musicals an der Volksoper im Jänner. Auch weihte der „Presse“-Kritiker in seine Überlegungen ein, warum Giacomo Puccinis „Sorgenkind“ „La fanciulla del West“ (ab 7. Jänner wieder an der Staatsoper zu sehen) mit seiner komplexen Musik über die Jahre nicht an den Erfolg seiner ersten Aufführungen anschließen konnte – eine historische Aufnahme gab den Zuhörerinnen und Zuhörern Aufschluss darüber.

Wiederholt stellte Sinkovicz Verbindungen zwischen kommenden Konzert- und Opernhöhepunkten her. Anlässlich der Premiere von John Neumeiers „Kameliendame“ wies er auf Literatur­ballette hin, die wider Erwarten nicht die Musik der Opernvertonungen desselben Stoffs verwenden. Zudem erklärte er, warum das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach, das am 20. 12. im Konzerthaus zu hören sein wird, eigentlich anders gedacht war. Und welche Herausforderungen auf die Solistin der „Sizilianischen Vesper“ zukommen – diese nimmt Rachel Willis-Sørensen ab 13. Jänner an.

Überraschungsauftritt

Dass 2024 nicht nur ein Bruckner-Jahr wird, sondern welche anderen Klassikjubilare es zu feiern gibt, wissen jene, die im Eroica-Saal dabei waren, nun auch. Wie gewohnt schlug Sinkovicz die Brücke zwischen unterhaltsamen Geschichten und Information.

Zum Abschluss überraschte er mit einem Auftritt der Violinistin Birgit Kolar. Sie war Schülerin von Rainer Küchl, fing bei der Musica Juventutis an und ist heute international tätig, auch als Mitglied des Seraphin Quartett. Die Musikerin begeisterte mit ihrer Geige Carlo Bergonzi, einer Leihgabe der Österreichischen Nationalbank.

Vom Theatermuseum verabschiedete sich Sinkovicz an diesem Abend. Denn im kommenden Jahr – für ihn das 26. mit dem Musiksalon – geht es auf „Grand Tour“: Die Reihe wird dann ab März im Leopold-Museum, im Muth, im Metro-Kino, im Radiokulturhaus und in der Albertina gastieren. „Den Musiksalon im Metro-Kino zu machen, ist ein lang gehegter Wunsch von mir“, verriet Sinkovicz. Seine Vorträge werde er immer an den jeweiligen Spielort anpassen.

Nächster Termin: 6. März. Vormerkungen für Abonnements für die kommende Saison des Musikvereins unter derclub@diepresse.com.

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