Ski-Artisten, Weitenjäger und Loipen-Asse – sie alle starten ab heute in den Weltcupwinter. Über Favoriten, Premieren und rot-weiß-rote Erfolgsaussichten.
Die Skirennläufer haben den Winter schon mehr oder minder erfolgreich eingeläutet (vier Rennen und fünf Absagen), ab heute bittet praktisch die gesamte restliche Wintersportwelt zum Saisonauftakt. Ein Überblick.
Freestyle
Zum bereits siebenten Mal wartet auf dem Stubaier Gletscher der erste Weltcupbewerb im Slopestyle, für viele Ski-Freestyler die Königsdisziplin. Wetterbedingt wurde vorverlegt, schon heute (11.55 Uhr, ORF1) steigt damit das Finale, aus dem ÖSV-Lager mit von der Partie ist nach überstandener Qualifikation lediglich Matěj Švancer (nach dem Rücktritt von Lara Wolf ist keine Österreicherin am Start).
Die rot-weiß-roten Erwartungen im Slopestyle sind nicht allzu hochgesteckt, Podestplatz gab es bei den Herren noch keinen. In einem Lauf müssen bis zu sechs Kicker und Obstacles bewältigt werden, Leichtigkeit und die richtige Taktik sind gefragt, Innovatives ist ausdrücklich erwünscht, womit sich die Disziplin laufend neu erfindet. Bei Könnern wie den Stubai-Topfavoriten Birk Ruud (NOR) und Tess Ledeux (FRA) ergibt das ein spektakuläres Gesamtbild eines Skisportlers – und oftmals auch einen Vorgeschmack auf den Wintersport der Zukunft.
Skispringen
Angeführt von Stefan Kraft heben die ÖSV-Adler heute (Qualifikation 16 Uhr, live, Eurosport) im finnischen Ruka in den Weltcupwinter ab. „Ein grandioser Start. Genau so wünsche ich es mir“, erklärte Teamleader Kraft mit Blick auf die Winterkulisse am Polarkreis.
Saisonhighlight aber sind die Vierschanzentournee (ab 28. Dezember) und die Skiflug-WM am Kulm (ab 25. Jänner). Im Gesamtweltcup musste sich Kraft zuletzt nur Halvor Egner Granerud geschlagen geben, der Norweger gehört wie Dawid Kubacki (POL) oder Ryōyū Kobayashi (JPN) erneut zu den Sieganwärtern.
Auf die Springer warten dabei Regeländerungen: Wegen eines neuen Prozederes beim Abwiegen müssen die Athleten ein Kilo zunehmen, auch die Gesamtfläche der Anzüge wurde verringert.
Biathlon
Im schwedischen Östersund startet Lisa Hauser in ihre bereits zehnte Weltcupsaison, los geht es am Samstag mit den Mixed-Bewerben (ab 12.30 Uhr, live, ORF1, Eurosport). Trainiert hat die beste ÖSV-Skijägerin (zwei Siege im vergangenen Winter) zuletzt in Finnland und Obertilliach. Noch in Östersund wird sie ihr insgesamt 300. Weltcuprennen bestreiten.
Die großen Gejagten sind Elvira und Hanna Öberg (SWE) und Julia Simon (FRA). Bei den Herren war zuletzt niemand in der Lage, mit Johannes Thingnes Bø und Sturla Holm Lægreid mitzuhalten, auch auf dem Materialsektor dürften die Norweger ihre Überlegenheit durch das neue Fluorwachsverbot ausgebaut haben. Als Highlights warten die WM im tschechischen Nové Město na Moravě (ab 5. Februar) und aus rot-weiß-roter Sicht der Heimweltcup in Hochfilzen (ab 8. Dezember).
Langlauf
Auch der Langlauf-Startschuss erfolgt im finnischen Ruka (Sprint heute 12.30 Uhr, live, Eurosport). Mit dabei ist Teresa Stadlober, nach überstandener Erkrankung aber ohne konkrete Erwartungen. Die Olympiadritte wird nicht mehr von Vater Alois trainiert, der neue Chefcoach, Falk Göpfert, traut ihr Top-Ten-Resultate zu. Angeblich einen großen Schritt nach vorn gemacht hat Teamkollege Mika Vermeulen.
Langlauf-Star Johannes Høsflot Klæbo wird weiterhin das Maß der Dinge sein. Er hat Norwegens Verband auch wegen finanzieller Probleme der Nationalmannschaft verlassen, startet aber weiter unter norwegischer Flagge.
Kombinierer
Die Kombinierer haben vor ihrem heutigen Auftakt in Ruka (elf Uhr, live, ORF1) einiges getan, um im Hinblick auf einen Verbleib im Olympia-Programm attraktiver zu werden. So gibt es einen neuen Kompaktbewerb, der auch bei ÖSV-Ass und Gesamtweltcup-Titelverteidiger Johannes Lamparter Anklang findet. Heimweltcups warten in Ramsau (ab 14. Dez.) und Seefeld (ab 1. Feb.). (joe)