Rekordausgabe

Europäische Inhalte kommen Netflix und Co. teuer

Filme wie „Im Westen nichts Neues“ mit Felix Kammerer müssen zu einem gewissen Anteil auf Streamingplattformen zu sehen sein.
Filme wie „Im Westen nichts Neues“ mit Felix Kammerer müssen zu einem gewissen Anteil auf Streamingplattformen zu sehen sein. (c) Netflix
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Insgesamt investierten Sender und Streamer im vergangenen Jahr 20,8 Milliarden Euro für Originalinhalte aus Europa. Der finanzielle Höhenflug könnte aber bald enden.

Sie sind kaum noch aus dem Haushalt wegzudenken: Streaminganbieter, wie Netflix und Amazon Prime, erfreuen sich an hoher Beliebtheit. Neben dem amerikanischen Mainstream sollen es aber vor allem europäische Produktionen sein, die den Plattformen teuer zu stehen kommen. 2022 sollen die Video-Streaming-Dienste insgesamt 20,8 Milliarden Euro für Originalcontent aus Europa ausgegeben haben, besagt eine Analyse der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle. Dies sei die höchste Summe seit zehn Jahren.

Die Ausgaben stiegen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich – lediglich im ersten Pandemiejahr 2020 sei ein moderater Rückgang von 16,3 Mrd. auf 15,8 Mrd. Euro zu verorten, danach steigen die Investitionen rasanter denn je auf 18,3 Mrd. im Jahr 2021 und schließlich 20,8 Mrd. 2022.

Höchste Ausgaben für Originale aus Großbritannien

Europäische Produktionen, wie der letztjährige Oscarfilm „Im Westen nichts Neues“, sind für Streamingdienste in der EU gewissermaßen Pflicht. Denn seit 2018 gilt: Mindestens 30 Prozent der hier verfügbaren Inhalte auf Video-on-Demand-Plattformen müssen gemäß EU-Richtlinie aus Europa stammen. 28 Prozent – und somit die meisten Ausgaben – fielen vergangenes Jahr auf Originalinhalte aus Großbritannien, wobei Spanien seit 2012 das höchste Investitionswachstum (um 9 Prozent) für sich verbuchte.

Die Investitionen der Streamingdienste sind demnach stärker gestiegen als die Einnahmen, die sie damit einfuhren. Erklärt wird dies mit einem Wettlauf bestimmter Plattformen um Marktanteile in Europa. Dennoch könnte mit dem Wachstum bald Schluss sein, so die Einschätzung der Analyse. Bei Diensten wie HBO Max und Disney+ soll zukünftig nämlich weniger Geld in nicht-amerikanische Produktionen fließen.

Der größte Anteil der Ausgaben für audiovisuelle Originalinhalte aus Europa stammte mit 8,6 Mrd. Euro von Privatsendern. Insgesamt 7,2 Mrd. Euro zahlten öffentliche Rundfunkanstalten, globale Streamingdienste wiederum 4,9 Mrd., was einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mit 2,2 Mrd. führt hier Netflix, gefolgt von 1,1 Mrd. durch Amazon Prime. (APA)

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