Klimanews der Woche

Freche Falken und seltsamer Strom

Karakaras auf den Falkland-Inseln kommen mit kreativen Lösungen ans Futter.
Karakaras auf den Falkland-Inseln kommen mit kreativen Lösungen ans Futter.VetMedUni/Katie Harrington
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Die Meldungen aus Umwelt und Technik diesmal auch mit Bienen, die Schadstoffe sammeln, und Drohnen, die im Winter Stromleitungen kontrollieren.

Honigbienen sind fliegende Messstationen

Sie fliegen weite Strecken über Stadt und Land und sammeln nicht nur Nektar und Pollen. Honigbienen dienen auch zum Aufspüren von Umweltschadstoffen, bestätigt nun ein Team vom Zentrum für Public Health der Med-Uni Wien. Die Überblicksarbeit im Journal Insects widmet sich sowohl Schwermetallen in den Bienen und ihrem Honig als auch anderen Schadstoffen, die in der Luft, auf der Erde und im Wasser vorkommen. Bienen sind als „Biomonitore“ zur Bestimmung der Umweltgesundheit bestens geeignet. Der Honig und das Wachs unterliegen jahreszeitlichen Schwankungen bei der Aussagekraft.

Falkland-Falken sind sehr clevere Bastler

Auf den entlegenen Falkland-Inseln im Südatlantik haben die neugierigen Falken bereits Darwin fasziniert. Ein internationales Team untersucht mit der Vet-Med-Uni Wien die Falkland-Karakaras in einem FWF-Projekt. Stellt man sie vor neue Aufgaben, um an Futter zu kommen, lösen die Karakaras diese zum Teil schneller als Papageien oder Krähen (Current Biology). Die Bastelfreudigkeit der Falken überraschte sogar die Forschenden, da die Lösungen besser waren als bei bisher beforschten wild lebenden Greifvögeln. Sie vermuten, dass diese Eigenschaft den Vögeln hilft, sich flott auf ändernde Bedingungen einzustellen.

Warme Strömungen sind schädlich für das Plankton

Teams der Unis Graz und Wien werten mit internationalen Partnern Bohrkerne aus dem Ozeanboden von vor Millionen Jahren aus. Damals gab es ähnliche Klimabedingungen, wie sie jetzt für die nächsten Jahrhunderte vorhergesagt werden. Warme Strömungen im Indischen Ozean verringerten vor zwölf Millionen Jahren die Nährstoffe (Climate of the Past). Im Arabischen Meer reagierte das Plankton stark darauf: Das Vorkommen sank, und die Artenvielfalt änderte sich. Erst durch die Vereisung der Antarktis rückte die Planktonzusammensetzung näher an die heutige. Dies erklärt, wie sich die Nahrungskette im Meer in ihrer jetzigen Form entwickelt hat.

Wie seltsam: Da läuft der Strom anders als gedacht. Ladung in „seltsamen Metallen“ wandert kollektiv statt in Teilchen.

Die Berechnung, wie in Metallen Strom fließt, beruht auf Annahmen, wo und wie sich Elektronen bewegen. Ein Team der TU Wien hat jetzt Neues entdeckt, und zwar in einem „seltsamen Metall“. So heißt die Kombination aus Ytterbium, Rhodium und Silizium (YbRh2Si2). Das Team um Silke Bühler-Paschen vom Institut für Festkörperphysik erklärt den ungewöhnlichen Zusammenhang zwischen elektrischem Widerstand und Temperatur.

Nun fertigte das Team nanoskopische Drähte an, um „Schrotrauschen“, das wie Hagel auf Blechdach klingt, im Stromfluss real messbar zu machen (Science). Heraus kamen seltsame Details, die bisherige Annahmen von Teilchen und „Quasiteilchen“ obsolet machen. Anscheinend wandert die Ladung kollektiv durch das Material.

Drohne kontrolliert bei Schnee und Eis die Strommasten: Uni Klagenfurt will Schäden an Leitungen schneller finden.

Die Uni Klagenfurt ist bekannt für moderne Drohnentechnologie. Aktuell arbeitet das Team um Stephan Weiss daran, dass die fliegenden Roboter Stromleitungen und Strommasten untersuchen. Thomas Jantos von der Forschungsgruppe Control of Networked Systems (CNS) erklärt: „Die Drohne soll automatisch an den Kabeln entlang an Strommasten hochfliegen und Schäden aufspüren.“

Im FFG-Projekt Mukisano hilft künstliche Intelligenz, damit die Drohne selbstständig Strommasten erkennt, den Isolator kontrolliert und die Leitungen fotografiert. Besonders bei unwirtlichem Wetter wie Schnee und Eis sind sichere Kontrollen wichtig, um Schäden schnell zu erkennen.

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