Strafanzeige

Untreue-Vorwürfe gegen Gurgeltest-Chef: „Ein Kasperltheater“

Michael Putz weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einem „Racheakt“ seines früheren Mitgesellschafters. Nun will Putz in die Gegenoffensive gehen.
Michael Putz weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einem „Racheakt“ seines früheren Mitgesellschafters. Nun will Putz in die Gegenoffensive gehen.APA/Sandra Oblak
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Der Geschäftsführer der Corona-Gurgeltest-Firma Lead Horizion, Michael Putz, bestreitet die in einer neuerlichen Anzeige erhobenen Untreue-Vorwürfe seines Ex-Kompagnons. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt. Putz rechnet mit einer Einstellung des Ermittlungsverfahrens.

Die Auseinandersetzung zwischen dem Gründer der Corona-Testkit-Firma Lead Horizon, Michael Putz, und dem früheren Minderheitsgesellschafter des Unternehmens, dem Virologen Christoph Steininger, ist um ein Kapitel reicher: Steininger zeigte Putz erneut an (eine frühere Anzeige war geprüft und ad acta gelegt worden).

Diesmal wirft Steininger dem Unternehmer Putz vor, dieser habe Gelder von Lead Horizon (seit Juli befindet sich die Gesellschaft in Liquidation) in eine andere Firma, nämlich in die WePrevent Gesundheitsvorsorge GmbH, verschoben. Dabei soll Steininger als ehemaliger Kompagnon von Putz geschädigt worden sein, Konkretes lässt sich dazu in der Anzeige aber nicht finden. Dort wird auf eine Mitarbeiterin von Putz verwiesen, die von diesem zur Untreue angestiftet sein soll. Auch Bilanzfälschung wird in der Anzeige vorgebracht. Aber auch dafür fänden sich keine Hinweise, so Putz.

Anzeige bei Polizei, nicht bei Staatsanwaltschaft eingebracht

Putz nannte die neue Entwicklung ein „Kasperltheater“, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Sein Anwalt, Günther Rebisant, rechnet mit einer Einstellung des von der Staatsanwaltschaft Wien geführten Ermittlungsverfahrens. Und verweist darauf, dass die Anzeige wohlweislich direkt bei der Wirtschaftspolizei eingebracht worden sei. Wäre sie bei der Staatsanwaltschaft eingebracht worden, dann hätte diese möglicherweise nicht einmal einen ausreichenden Anfangsverdacht erblickt.

Als Motiv für die Anzeige vermutet Putz einerseits „Rache“, weil Steininger im Unfrieden aus der Firma Lead Horizon ausschied, andererseits könne die Anzeige laut Putz mit einer Ausschreibung der Stadt Wien zu tun haben. Es gehe um eine Darmkrebsvorsorgeaktion. Die WePrevent, an der Putz beteiligt ist, werde an dieser Ausschreibung teilnehmen und unter anderem Software anbieten. Auch Steininger „erwägt“ laut einem vorbereitenden Schriftsatz an der Ausschreibung teilzunehmen. Laut Putz sei es denkbar, dass Steininger mittels der Anzeige versuche einen Konkurrenten zu schwächen. Steininger selbst gab am Freitag auf Anfrage der Austria Presseagentur an, keine Stellungnahme abgeben zu wollen.

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