Nahost

Hinter den Kulissen: Wie der Geiseldeal zustande kam

Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, der Emir von Katar, spielte bei den Geheimverhandlungen eine Schlüsselrolle.
Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, der Emir von Katar, spielte bei den Geheimverhandlungen eine Schlüsselrolle. Reuters
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„Geheime Zellen“, zahllose Telefonate und Rückschläge: Wie die Verhandlungen zwischen Katar, den USA, Israel, der Hamas und den Geheimdiensten abliefen – und warum der Deal auf sich warten ließ.

Wir brauchen diesen Deal“, sagte Benjamin Netanjahu und packte den US-Nahost-Gesandten Brett McGurk am Arm. Mit „Deal“ meinte der von mehreren Seiten unter Druck geratene israelische Premier eine Verständigung zwischen Israel und der Hamas auf eine Feuerpause und einen Geiseldeal in Gaza. Beim Treffen des Premiers mit McGurk am 14. November war die Abmachung nach wochenlangen Vermittlungsbemühungen fast unterschriftsreif. Doch es dauerte weitere zehn Tage, bis die Vereinbarung schließlich in Kraft treten sollte.

Vom Apec-Gipfel in San Francisco rief US-Präsident Joe Biden, der täglich ungeduldiger zu werden schien, den Emir von Katar an, der den Geisel- und Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas initiiert hatte. „Die Zeit läuft aus“, gab er Scheich Hamad al-Thani zu verstehen. In der Folge sollten die beiden noch mehrmals telefonieren, bis alle Details geklärt waren.

Am Ende bedankte er sich aus dem Thanksgiving-Urlaub in Nantucket bei allen Beteiligten für die Zusammenarbeit unter dem Siegel der Verschwiegenheit – bei al-Thani, Netanjahu und Abdel Fatah al-Sisi, Ägyptens Präsidenten. Am Ende hatte der US-Präsident auch Netanjahu überredet, der zunächst auf der Freilassung von weit mehr als 50 Geiseln in einer ersten Phase beharrte.

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