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Wie Israels Start-ups dem Krieg trotzen

Unternehmen verlieren ihre Mitarbeiter: Im Hightech-Bereich wurden 30 Prozent aller Beschäftigten eingezogen. 
Unternehmen verlieren ihre Mitarbeiter: Im Hightech-Bereich wurden 30 Prozent aller Beschäftigten eingezogen. APA / AFP / Jack Guez
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Israel gilt als eine der führenden Start-up-Nationen weltweit. Nun verlieren die Unternehmen aber ihre Mitarbeiter durch die Mobilmachung der israelischen Armee. Vor allem die Tech-Branche leidet darunter. Aber es gibt optimistische Stimmen.

Wien. 90 Sekunden sind in Tel Aviv entscheidend: Diese Zeitspanne bleibt nach einem Raketenalarm, um einen sicheren Bereich aufzusuchen. Je näher man dem Gazastreifen kommt, desto kürzer wird die Spanne. „Man gewöhnt sich an die Situation. Der Arbeitsalltag ist darauf ausgerichtet, jederzeit Schutz zu suchen. Egal in welcher Zone ich mich in Israel aufhalte, ich weiß genau Bescheid, wie viel Zeit bleibt.“ Das sagt Shir Sagie im Gespräch mit der „Presse“. Sie ist Gründerin des israelischen Start-up Gelicail und der Wexelerate-Einladung nach Wien gefolgt. Der Start-up und Innovationshub hat heuer vor allem israelische Gäste eingeladen, das Event stand schon lang vor dem verhängnisvollen 7. Oktober fest. Es drehte sich um die Zukunft der Szene – das kleine Land im Nahen Osten gilt als eine der führenden Start-up-Nationen. Viele Gründer haben kurzfristig abgesagt, einige sind dennoch gekommen und wollten stattdessen über den Arbeitsalltag zwischen Sirenen und fehlenden Finanzierungsrunden sprechen.

Die Wirtschaft in Israel lag wochenlang brach, und nach wie vor ist das Leben noch nicht vollständig zurückgekehrt. Ursprünglich war für das israelische Wirtschaftswachstum heuer noch ein Plus von 2,5 Prozent vorhergesagt. Infolge des Terrorangriffs wurden aber sämtliche Prognosen wieder zurückgezogen. Das Finanzministerium beziffert die zu erwartenden Kosten für die Volkswirtschaft mit rund 50 Milliarden US-Dollar und damit um etwa zehn Milliarden Dollar höher als die Kosten der Covid-Pandemie. Zwar rechnet das Ministerium dennoch mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,3 Prozent, aber konservativere Institute wie die Economist Intelligence Unit sagen nur noch ein leicht positives Wachstum von 0,8 Prozent voraus.

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