Umfrage

Mit diesen Themen müssen sich CEOs auseinandersetzen

70 Prozent der Personalverantwortlichen sehen in Talentlücken das größte Hindernis für ihr Unternehmen.
70 Prozent der Personalverantwortlichen sehen in Talentlücken das größte Hindernis für ihr Unternehmen.
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Die letzten Jahre waren für Unternehmer davon geprägt, sich den Herausforderungen wirtschaftlicher Unsicherheit, Auswirkungen des Klimawandels und Lieferkettenproblemen zu stellen. Ganz zu schweigen von den geopolitischen Spannungen.

Um Führungskräfte zu unterstützen, Prioritäten zeitgemäß und adäquat zu reihen, führt die Unternehmensberatung BCG in Kooperation mit der World Federation of People Management Associations (WFPMA) seit 2008 globale Befragungen unter Managern durch. Die diesjährige Umfrage spiegelt die Ergebnisse von 6.893 Teilnehmern aus 102 Märkten wider. Dabei sollen Themen des Personalmanagements nach ihrer zukünftigen Bedeutung bewerten werden.

Die Unternehmen plagt primär der Umstand, keine Talente zu finden. Diese Lücken – und damit einhergehende Engpässe – stellen die größte Herausforderung dar, wie 72 Prozent bestätigen. Danach reiht sich die Sorge um Zukunftsprognosen. Dafür bliebe der Befragung zufolge, schlicht zu wenig Zeit übrig. Unternehmen reagieren zwar besser auf drängende externe Faktoren, können sich aber weniger auf die künftige Geschäftsentwicklung konzentrieren. Darunter leide auch das Personalmanagement, zumindest wenn es um die Anstellung junger Einsteigender geht. Zu viel Zeit und Kosten habe man dafür investiert, während der Pandemie für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu sorgen, flexiblere Arbeitsmodelle und Richtlinienmanagement zu implementieren. Dies nehme mittlerweile nicht so einen hohen Stellenwert ein.

Hier lohne es sich, betont das Beratungsunternehmen, Daten zur genauen Planung von Talentangebot und -nachfrage zu nutzen. Strategische Personalplanung sei für die meisten Unternehmen eine konstante Herausforderung. Obwohl die Kernprinzipien nicht neu sind, habe die Dringlichkeit zugenommen, zu handeln. Zudem rät die Beratung, in Weiterbildung und Umschulungen der bestehenden Mitarbeitenden zu investieren. Die Entwicklung neuer Kompetenzen in der vorhandenen Belegschaft sei nicht nur effizienter, sondern auch günstiger, als neues Personal einzuschulen.

Mutige scheinen im Vorteil zu sein

An dritter Stelle steht die verzögerte Digitalisierung. Geht es um digitale Fähigkeiten (einschließlich HR-IT-Architektur, Betrieb und Cloud-Software), so weisen viele Firmen einen Rückstand auf. Zudem muss der Fokus stärker auf strategische Personalplanung, Talentgewinnung, Weiterbildung und Umschulung, Digitalisierung sowie begleitendes Change Management- und Führungsverhalten verschoben werden.

Apropos Verzug. Während Künstliche Intelligenz (KI) bereits auf dem Vormarsch ist, ist die überwiegende Mehrheit der HR-Manager noch nicht gut vorbereitet. Die Organisationen befinden sich noch in den frühesten Stadien der Transformation. Erstanbieter, die mit der Implementierung von KI-basierten Lösungen begonnen haben, sehen sich diesbezüglich im Vorteil. Schließlich habe generative KI das Potenzial, so BCG, Self-Service-Prozesse zu revolutionieren, die Produktivität zu steigern, Kundenerlebnisse zu personalisieren und datengesteuerte Talent-Ökosysteme aufzubauen. First Mover erfassen bereits mit Use Cases entlang der HR-Wertschöpfungskette Erfahrungswerte.

Im Bereich des Führungsverhaltens, des Change Managements und der Organisationsentwicklung sei es indes unerlässlich, das transformative Potenzial – und die Fallstricke – des Wandels nicht zu unterschätzen. Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich Unternehmen mehr auf das Verhalten ganzer Führungsteams als auf Einzelpersonen.

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