Geldpolitik

Israels Notenbank verzichtet auf Zinssenkung

Trotz der Kriegs gegen die Hamas verzichtet die israelische Zentralbank vorerst auf eine Zinssenkung zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft.
Trotz der Kriegs gegen die Hamas verzichtet die israelische Zentralbank vorerst auf eine Zinssenkung zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft.Reuters / Steven Scheer
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Der Leitzins werde mit 4,75 Prozent auf dem höchsten Stand seit Ende 2006 belassen. Grund dafür ist die hartnäckig hohe Inflation.

Trotz der Kriegs gegen die Hamas verzichtet die israelische Zentralbank vorerst auf eine Zinssenkung zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft. Der Leitzins werde mit 4,75 Prozent auf dem höchsten Stand seit Ende 2006 belassen, teilten die Währungshüter am Montag mit. Noch im April 2022 lag er bei lediglich 0,1 Prozent, dem eine aggressive Straffung der Geldpolitik folgte.

Grund dafür ist die hartnäckig hohe Inflation. Die Teuerungsrate ging zwar im Oktober auf 3,7 Prozent zurück. Sie verharrte aber deutlich über dem angestrebten Zielband von 1,0 bis 3,0 Prozent. Ökonomen gehen davon aus, dass starke Zinssenkungen zum jetzigen Zeitpunkt die Landeswährung Schekel schwächen würden. Das wiederum könnte die Inflation in die Höhe treiben, da dadurch Importe teurer würden, auf die das Land angewiesen ist.

Krieg lässt BIP wohl deutlich schrumpfen

Dabei könnte die Wirtschaft eigentlich niedrigere Zinskosten als Konjunkturspritze gut gebrauchen. Die Zentralbank geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden vierten Quartal aufgrund des Krieges gegen die Hamas schrumpfen wird. Die Analysten von S&P Global Ratings prognostizieren einen Rückgang von fünf Prozent in den letzten drei Monaten des Jahres. Zum Vergleich: Im dritten Quartal reichte es noch zu einem auf das Jahr hochgerechneten Wachstum von 2,8 Prozent.

Die Hamas hatte das Land am 7. Oktober überfallen und mehr als 1.000 Menschen getötet. Israel geht seither gegen den Gazastreifen vor und hat hunderttausende Reservisten mobilisiert. Für das Gesamtjahr senkte die Zentralbank ihre Wachstumsprognose von 2,3 auf 2,0 Prozent, für das kommende Jahr ging sie von 2,8 auf ebenfalls 2,0 Prozent nach unten. „Die israelische Wirtschaft ist stark“, hieß es dazu. „Sie hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sich von schwierigen Zeiten erholen kann.“ In einigen Bereichen scheine sich die Wirtschaft bereits wieder zu erholen. (APA)

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