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Starke Nischenplayer treiben Forschung und Entwicklung in Österreich

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Archivbild.Reuters / David W Cerny
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Während österreichische Unternehmen im Schnitt bei den Ausgaben für Forschung & Entwicklung im globalen Vergleich kaum mithalten können, sind die heimischen Technologiefirmen bei der F&E-Intensität an der Weltspitze.

Am Puls der Zeit und den Entwicklungen voraus sein sowie vielleicht auch mit ungewöhnlichen Entscheidungen Veränderungen anstoßen: Große Techkonzerne gelten als diese Innovationstreiber. Unsere Smartphones, Smartwaches oder Computer wollen laufend verbessert und auf noch speziellere Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Geht es um das Thema Forschung und Entwicklung (F&E) sind weltweit gesehen vor allem die Informationstechnologie- und Social-Network-Firmen oder Biotechnologie-Unternehmen Vorreiter bei den Ausgaben für innovative Neuerungen. Aber auch heimische Firmen liefern dazu wertvolle Beiträge.

Eine neue Studie der Unternehmensberatung EY zeigt nun, wie stark in Österreich die Mittel für Forschung und Entwicklung im Jahr 2022 gestiegen sind. Acht von zehn börsennotierten Unternehmen erhöhten ihre Ausgaben und investierten im Durchschnitt vier Prozent ihrer Umsätze in diesen Bereich, das ist eine Steigerung um zwei Prozent gegenüber 2021. Allerdings: Gemessen an den höheren Umsätzen oder operativen Gewinnen der 30 untersuchten Unternehmen sei dieser Prozentsatz 2022 um 0.3 Prozent zurückgegangen.

US-Konzerne führen Feld an

Ausgewertet wurden von EY auch 500 börsennotierte Unternehmen weltweit: In puncto F&E-Intensität führen dabei US-amerikanische Konzerne das globale Feld mit einem Wert von 8,1 Prozent des Umsatzes an. Das entspricht einem Plus von 0,1 Prozent. Auch in China stiegen die Investitionen um 0,3 Prozent auf 5,4 Prozent. Europaweit liegt der Wert bei durchschnittlich sechs Prozent: Die führenden Länder waren die Niederlanden (7,8 Prozent), die Schweiz (6,8 Prozent) und Schweden (5,7 Prozent). Deutschland lag 2022 mit 5,4 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt.

In Österreich sei es vor allem die IT-Branche die finanzielle Mittel in die Hand nimmt, jeder siebte Euro wurde in Innovationsforschung gesteckt. Damit investieren Technologieunternehmen einen deutlich größeren Teil ihrer Umsätze in Forschung und Entwicklung (15,2 Prozent) als internationale IT-Unternehmen (9,5 Prozent). „Österreichische Technologiebetriebe haben es so in vielen Nischen bis an die Weltspitze geschafft“, sagt Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY.

Gleich vier heimische Unternehmen schafften es in das Ranking der Top 500: AMS-Osram mit Investitionen von rund 630 Millionen Euro, Kontron S&T (225 Millionen Euro), Voestalpine (191 Millionen Euro) und AT&S (183 Millionen Euro).

Fabasoft mit höchstem Anteil

Gemessen am Umsatz hat hingegen der österreichischen Softwarekonzern Fabasoft die Nase vorne: Das Unternehmen gab 2022 knapp 31 Prozent des Umsatzes für F&E aus. Auf Platz zwei folgt Kontron mit 20,5 Prozent und Kapsch TrafficCom mit 14,2 Prozent.

„Die heutige Wirtschaftslandschaft wird von jenen geprägt, die in Innovation und Forschung investieren. Sie sind Vorbilder für die zukunftsorientierte Ausrichtung von Unternehmen weltweit“, so Reimoser, „Firmen, die nicht investieren können oder wollen, dürfen auch keine großen Durchbrüche am Markt erwarten.“ (jp)

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