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Onlinemedium „Exxpress“ verliert gegen Strache

Heinz-Christian Strache auf einem Archivbild
Heinz-Christian Strache auf einem ArchivbildImago / Martin Juen
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exxpress.at berichtete über das Privatleben des Ex-FPÖ-Chefs, dieser klagte wegen übler Nachrede – und bekam recht. Wegen der „schlechten wirtschaftlichen Situation“ muss das Medium aber weniger zahlen als Strache erhoffte.

Ein langwieriger Medienprozess fand vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien am Dienstag ein Ende: Das Online-Boulevardmedium „Exxpress“ wurde wegen übler Nachrede und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs des ehemaligen FPÖ-Obmanns Heinz-Chrstian Strache zu einer Geldstrafe verurteilt, berichtet die „Kronen Zeitung“. Auch express.at selbst schreibt über den Prozessausgang; das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Im Prozess ging es um 46 Berichte auf Website, App und in den sozialen Medien, in denen es auch um die Scheidung des Ex-Politikers ging. Bei allen Artikeln sei der höchstpersönliche Lebensbereich verletzt worden, so die Richterin.

Strache forderte eine Verurteilung im oberen Bereich, was pro Veröffentlichung bis zu 100.000 Euro Strafe hätte kosten können. Der „Exxpress“ muss weit weniger zahlen: auf 12.938 Euro beläuft sich die Strafsumme, so die „Krone“. Auf exxpress.at selber wird auf „rund 12.000 Euro“ abgerundet. Demnach habe Strache keinen Vergleich abschließen wollen, „der ihm sogar etwas mehr Geld gebracht hätte“.

Dass die Strafe nicht höher ausgefallen ist, ist eigentlich kein Grund zur Freude beim „Exxpress“, denn die Festlegung der relativ geringen Summe begründete die Richterin der „Krone“ mit der „schlechten wirtschaftlichen Situation“ von exxpress.at und der Verpflichtung, Medien durch eine Verurteilung nicht in ihrer Existenz zu bedrohen.

Gegründet wurde „Exxpress“ von Chefredakteur Richard Schmitt sowie der ÖVP-nahen Unternehmerin Eva Schütz-Hieblinger, die als Geschäftsführerin fungiert. (Red.)

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