Analyse

Können 100.000 neue „Green Jobs“ bis 2028 entstehen?

71 Prozent der heimischen Unternehmen haben bereits mindestens einen Green Job im Portfolio.
71 Prozent der heimischen Unternehmen haben bereits mindestens einen Green Job im Portfolio.FABRY Clemens
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Um Geschäftsmodelle so zu gestalten, dass sie möglichst nachhaltig sind, braucht es neben der Technologie auch Arbeitskräfte, die diese Transformation umsetzen.

Um die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben, sind die entsprechenden Arbeits- und Fachkräfte unerlässlich. Das macht das Thema Green Jobs zu einem großen Hebel bei der grünen Wende. Im Rahmen des Green Tech Radars hat sich Deloitte Österreich deshalb diesem Thema gewidmet. Und kommt zu dem Ergebnis: Green Jobs haben großes Potenzial.

„Laut unseren Hochrechnungen könnten in den nächsten fünf Jahren hierzulande bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze mit Nachhaltigkeitsfokus entstehen. Das ist eine riesige Chance – doch es braucht jetzt ein klares Bekenntnis seitens Politik und Wirtschaft, um diese auch zu nutzen“, sagt Juliana Wolfsberger, Expertin für Future of Work bei Deloitte Österreich.

Junge Arbeitskräfte achten auf den Abdruck

Zwar haben der Studie zufolge bereits 71 Prozent der heimischen Unternehmen mindestens einen Green Job im Portfolio, dennoch ist der Begriff für viele indes noch eine leere Hülle: Mehr als die Hälfte der Betriebe, rund 67 Prozent – die derzeit keine Green Jobs vorweisen – rechnen auch in den kommenden Jahren nicht damit. Obwohl viele bestehende Arbeitsplätze mit entsprechenden inhaltlichen Anpassungen zukünftig zu grünen Jobs werden könnten. So sei es wesentlich, Kompetenzen weiterzuentwickeln, um die Transformation am Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Vor allem für die jüngeren Generationen seien Jobs, die einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten, von großem Interesse. Doch obwohl Green Jobs am Arbeitsmarkt als attraktiv gelten, sind sie durch den hohen Fachkräftemangel häufig schwieriger zu besetzen als andere Stellen. Zudem zeigt sich, dass Frauen in dieser Sparte deutlich unterrepräsentiert sind. Um das zu ändern, brauche es in Zukunft unternehmensübergreifende Initiativen.

Starke Unternehmenswerte fördern die Bindung

„Es geht darum, die bestehenden Fähigkeiten zu identifizieren, sie neu zu kombinieren und weiterzuentwickeln. Aber auch der Aufbau eines breiteren Talente-Ökosystems kann die Lücke schließen – etwa durch Joint Ventures, Cluster-Organisationen oder generell Kooperationen mit anderen Betrieben“, erklärt Wolfsberger. Zudem sei die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen ein wichtiger Faktor.

Hinsichtlich der Bindung von Mitarbeitenden werden Betriebe mit Nachhaltigkeitsanspruch und entsprechenden Jobangeboten zukünftig am Arbeitsmarkt die Nase vorn haben, ist die Beratungsfirma überzeugt. Denn: Starke Unternehmenswerte fördern die Identifikation mit dem Job und dadurch auch die Mitarbeiterbindung. (ere)

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