Cyberkriminalität

Datenschutzbehörde rügt GIS wegen gestohlener Meldedaten

Die Presse/Clemens Fabry
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Eine von der GIS beauftragte Firma hatte versehentlich Adressen, Namen und Geburtsdaten von neun Millionen Menschen ungeschützt ins Netz gestellt. Damit wurde gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen.

In der Causa um gestohlene Meldedaten rügt die Datenschutzbehörde das Gebühren Info Service (GIS), die die ORF-Gebühr einhebt. Die Behörde ist zu dem SChluss gekommen, dass die GIS gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen haben, berichten „Der Standard“ und der „Kurier“ am Mittwoch auf ihren Onlineportalen.

Der Hintergrund: Die GIS hatte ein Subunternehmen damit beauftragt, eine interne Datenbank der GIS neu zu strukturieren. Dieses stellte versehentlich im Rahmen seiner Tests die Adressen, Namen und Geburtsdaten von neun Millionen Menschen – also fast der gesamten Bevölkerung – ungeschützt ins Netz. Ein Hacker aus den Niederlanden stahl sie sich und bot sie zum Verkauf an.

Konkret vorgeworfen wird der GIS nun ein Verstoß gegen das Recht auf Geheimhaltung, indem die GIS nicht ausreichend technisch und organisatorisch dafür gesorgt habe, dass die personenbezogenen Daten der Betroffenen geschützt blieben.

Erwartet wird, dass die GIS nun Beschwerde gegen den Bescheid erhebt. Das wohl aus gutem Grund: Die Rechtsanwälte Robert Haupt und Florian Scheiber führen ein Sammelverfahren gegen die GIS, dem sich laut „Standard“ und „Kurier“ mehr als 4000 Menschen angeschlossen haben. Sie sehen ihre Chancen durch die Rüge gestiegen. Die Datenschutzbehörde stellte fest, dass die Meldedaten für Identitätsdiebstähle missbraucht werden könnten.

„Die gegen die GIS gerichteten Begehren wurden teils abgewiesen und ihnen teils stattgegeben. Hinsichtlich der stattgegebenen Fälle werden Rechtsmittel erhoben“, hieß es auch am Abend in einer Stellungnahme des ORF. (APA)

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