Als Quereinsteigerin in der Mode möchte Laura Sänger mit ihrem Label ­
La Katz eine klare Position beziehen. 
Salonmode

Rauschend und wild: Laura Sänger und ihre Modehommage an die Wiener Nacht

Im Nu hat Laura Sänger ihre Modemarke La Katz zum Synonym für Wiener Glamour gemacht. Kooperationen mit Traditionsbetrieben spielen dabei eine Schlüsselrolle, und nun fließt auch der Schaumwein.  

Dieser gute Rat wurde mit einer Generation Abstand wieder verworfen: „Sigrid, tu mir den Gefallen und mach dich nie selbstständig“, lautete nämlich die eindringliche Bitte, die Laura Sängers Mutter zu hören bekam. Der Silbergroßhandel der Familie war damals eine Art One-Woman-Show der Großmutter, der die Energien der Firmenchefin ziemlich in Beschlag nahm. Sigrid fügte sich, deren Tochter Laura jedoch schreckte nicht davor zurück, sich selbst mit einem Kreativunternehmen, viel Raubkatzengemustertem und einer ordentlichen Portion Optimismus selbstständig zu machen. Seit etwas mehr als zwei Jahren ist Sänger aus dem Wiener Treiben nicht mehr wegzudenken, ihr junges Modelabel La Katz, angetrieben von der Unerschrockenheit der Autodidaktin, tauchte seitdem als Kooperationspartner von Mühlbauer Hüte auf, bespielte ein Pop-up im damals brandneuen Leo Grand Hotel am Neuen Markt. Nun folgt eine Punktlandung für die Partys zum Jahresausklang, nämlich eine limitierte Edition der beliebten Champagnerschalen von Augarten Porzellan mit (natürlich) Leomuster in (nicht so natürlicher) Goldreliefprägung. Dazu passt es dann ganz gut, dass Laura Sänger sagt: „Die besten Ideen entstehen in der Nacht, an einem Bartresen. Man muss das nur mit seinem Alltag jonglieren können.“

Loos Bar statt Bahnhof Zoo. Wer aber geht auf wen zu bei der Anbahnung solcher Projekte, die ziemlich publikumswirksam sind und La Katz in das Bewusstsein des stilbewussten Wien gebracht haben? „Das mache schon immer ich“, sagt Sänger, die ebenso freundlich auftritt, wie sie dabei tüchtig wirkt. Wien ist übrigens nur ihre Wahlheimat, denn aufgewachsen ist die Neo-Modeunternehmerin in Bonn. Dass sie die ehemalige Hauptstadt der BRD verlassen musste, war ihr nach dem Abitur klar. Berlin fand sie damals einschüchternd („Da hatten mich die ,Kinder vom Bahnhof Zoo‘ geprägt.“), Hamburg verwarf sie aus Numerus-clausus-Gründen, München wirkte zu altmodisch – dann eben auf nach Wien, wo bereits ihr Bruder zu studieren begonnen hatte.

Gediegen. Das Leitmotiv für die Mode lautet „Grand Hotel Extravaganz“, ganz im Sinne eines Wiener Glamours.
Gediegen. Das Leitmotiv für die Mode lautet „Grand Hotel Extravaganz“, ganz im Sinne eines Wiener Glamours.Christine Pichler

Die erste Karriere von Laura Sänger war allerdings nicht auf Modeschaffen ausgerichtet, sondern auf Kommunikation: „Ich mag das Wort ,Netzwerkerin‘ eigentlich nicht, aber letzten Endes geht es bei allem darum, Menschen zusammenzubringen.“ Ein Publizistikstudium bot sich an, und Sänger merkte bald, dass ihr konzeptuelles – und vor allem selbstständiges – Arbeiten Freude bereitete. Sie gehörte der berüchtigten „Generation Praktikum“ an, sammelte so erste Berufserfahrungen. Prägend war die Entscheidung, bei dem neuen Österreichableger des Essenszustellers Foodora anzudocken, als dieser seinen Launch vorbereitete.

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