Die Klimanews der Woche

Frühe Vielfalt und sauberer Bergbau

In Schwarz-Weiß: drei fossile Blüten aus der frühen Kreidezeit (Glandulocalyx, Normanthus, Platydiscus). In Farbe: vier rezente Gattungen (Cymbidium, Primula, Hyacinthoides und Passiflora).
In Schwarz-Weiß: drei fossile Blüten aus der frühen Kreidezeit (Glandulocalyx, Normanthus, Platydiscus). In Farbe: vier rezente Gattungen (Cymbidium, Primula, Hyacinthoides und Passiflora).Julia Asenbaum
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Die Meldungen aus Umwelt und Technik diese Woche außerdem mit unterirdischem Wasser, gesichtetem Goldschakal und sicheren Selbstfahrern.

Zeitreise: Blumen waren früher vielfältiger

Mit mindestens 300.000 Arten sind Blütenpflanzen (Angiospermen) die bei weitem größte Gruppe der heute lebenden Pflanzen. Sie traten erstmals vor mindestens 140 Mio. Jahren, zur Zeit der Dinosaurier, auf. Schon kurz nach ihrer Entstehung in der Kreidezeit hatten blühende Pflanzen eine große Anzahl verschiedener Blütentypen hervorgebracht. Und diese früheste Vielfalt war größer als die heutige – obwohl es gegenwärtig mehr Arten gibt. Das ist das Ergebnis einer Analyse eines internationalen Teams um Botanikerinnen und Botaniker der Uni Wien (New Phytologist). Untersucht wurden 30 Merkmale bei 1201 lebenden und 121 fossilen Angiospermen.

Untergrund: Klimawandel ändert Wasserbilanz

Im Boden sind sehr viel größere Wassermengen als in Flüssen vorhanden. Damit bildet dieser einen wichtigen Anteil des globalen Wasserkreislaufes, etwa durch die Speicherung von Wasser, das Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Um regionale, nachhaltige Lebensmittelproduktion und Trinkwasserversorgung angesichts der Klimakrise weiterhin zu garantieren, fordern Forschende anlässlich der Herbsttagung des Boku-Zentrums für Agrarwissenschaften in Tulln (Niederösterreich) mehr Kooperation zwischen Land- und Wasserwirtschaft.

Wanderschaft: Goldschakal streift durchs Land

Die Freude in heimischen Biologenkreisen war groß, als kürzlich ein mit einem Sender versehener Goldschakal aus Slowenien kommend die Grenze zu Österreich überschritt. Bisher hat das junge Männchen „Maj“ – möglicherweise, um Wölfen auszuweichen – fast 1000 Kilometer zurückgelegt und auf dem Weg durch die Alpen mehrere Berge überwunden. Die Bewegungsdaten bieten Einblicke in das Leben des hundeartigen Tieres. Die Forschungsarbeit kann durch die Online-Meldung von Sichtungen bzw. Kadavern maßgeblich unterstützt werden. Derzeit befindet sich das Tier an der Grenze zu Salzburg. (www.goldschakal.at)

So macht man Bergbau heute umweltfreundlich: Montan-Uni Leoben sammelte Vorbilder für Nachhaltigkeit.

Transportfahrzeuge wie Muldenkipper mit Elektroantrieb oder der Umstieg auf Recyclingverfahren – es gibt viele Ansätze, um einen Bergbaubetrieb umweltfreundlicher zu machen. Das EU-Projekt „Sumex“ unter Leitung der Montan-Uni Leoben sammelte Best-Practice-Beispiele für Nachhaltigkeit in der mineralgewinnenden ­Industrie Europas. 370  Vorbilder für technologische Innovationen, die den Umwelteinfluss eines Bergbaubetriebs verringern, sind nun in einer Datenbank zugänglich.

Elektrifizierter Muldenkipper.
Elektrifizierter Muldenkipper.VA Erzberg GmbH

Zudem verbreiten die Forschenden über Massive Open Online Courses (Mooc) dieses Wissen in der Branche und haben eine „Roadmap“ für nachhaltigen Bergbau erstellt.

Übernehmen Autos die Kontrolle, muss alles sicher sein: Grazer Forschende verbessern zahlreiche Assistenzssysteme.

„Wo stellt man das lästige Piepsen ab?“, fragen viele, die ein Auto mit Spurhalte- oder Müdigkeitsassistenten lenken. Nein, diese Warnungen dreht man nicht ab. Viele Fahrassistenzsysteme werden ab Juli 2024 in der EU sogar verpflichtend für Neuwagen, um für mehr Sicherheit und Emissionsreduktion zu sorgen.

An der TU Graz forscht ein Christian-Doppler-Labor unter Leitung von Franz Wotawa daran, all diese Systeme weniger anfällig für Fehler zu machen. Moderne Fahrzeuge assistieren bei Geschwindigkeit, Notbremse, Rückwärtsfahren und mehr. Optimiert werden diese Systeme mit automatisierten Testfällen im Labor. Nun heißt es, das Wissen auf die Straße zu bringen. Die gesammelten Daten sind auch für autonomes Fahren wichtig.

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