Krise

Streiks, Teuerung, Onlinehandel: Ist der stationäre Handel noch zu retten?

Die vollen Einkaufsstraßen am ersten Adventwochenende sind trügerisch. Viele Händler schreiben tiefrote Zahlen.
Die vollen Einkaufsstraßen am ersten Adventwochenende sind trügerisch. Viele Händler schreiben tiefrote Zahlen.Getty Images/Scott Barbour
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Die aktuellen Streiks sind das geringste Problem für den Handel. Dieser steckt in einem strukturellen Umbruch, der die Städte nachhaltig verändern wird.

Es sind die entscheidenden Wochen für den Handel, die darüber entscheiden, ob das Geschäftsjahr ein schlechtes oder ein sehr schlechtes war. Nicht umsonst wird der Dezember im Einzelhandel auch als „fünftes Quartal“ bezeichnet. In manchen Sparten – dem Spiel- und Buchhandel etwa – spült die Vorweihnachtszeit bis zu einem Viertel der gesamten Jahresumsätze in die Kassen. Auch ein bis dahin schwaches Geschäftsjahr konnte in der Vergangenheit meist durch ein gutes Weihnachtsgeschäft noch wettgemacht werden.

Dieses Jahr schaut die Sache für die allermeisten Händler aber anders aus. Der stationäre Handel stecke in seiner bisher tiefsten Krise, konstatieren Handelsvertreter. Die hohe Inflation der vergangenen Monate zwang viele Menschen zu Einsparungen. Die Konsumlust ist seit Monaten im Keller, eingekauft wird vielfach nur das Nötigste. Das bekommt der Handel unmittelbar zu spüren.

Zähe Lohnrunde drückt Stimmung

Gleichzeitig explodieren die Kosten, klagen Händler. Sollten man sich bei den laufenden Lohnverhandlungen im Bereich der rollierenden Inflation einigen, käme das seit 2022 einem Personalkostenanstieg von 16,5 Prozent gleich – für viele Händler sei das „schlicht und einfach nicht zu stemmen“, so Handelsvertreter.

Dass dieser Tage erstmals überhaupt im Handel gestreikt wird, ist zwar für viele Händler ärgerlich, aber nicht das eigentliche Problem. Der stationäre Handel hat vor allem mit strukturellen Problemen zu kämpfen.

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