Israelische Geiseln

In der Gewalt der Hamas: „Noch zehn Tage, und alle wären frei gewesen“

„Ich vermisse meinen Tal“, sagt Gilad Korngold.
„Ich vermisse meinen Tal“, sagt Gilad Korngold. Clemens Fabry
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Gilad Korngold warb in Wien bei Alexander Van der Bellen und Karl Nehammer um Unterstützung für die Freilassung seines Sohns. Tal Shoham, ein Israeli mit österreichischem Pass, ist seit acht Wochen in der Gewalt der Hamas.

Es könnte ein entspannter Kurzurlaub für Gilad Korngold in Wien sein. Am Vortag war der passionierte Hundefreund schon um sechs Uhr früh mit dem Hund eines Bekannten im Park spazieren. Am Freitagvormittag besichtigte der 63-Jährige dann das Geburtshaus seiner Mutter in Wien, die 1939 im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie vor den Nazis aus ihrer Heimatstadt geflohen war – und dennoch zeitlebens ihren österreichischen Pass behielt. „Sie hat nie davon erzählt.“ Und schließlich fing es auch noch zu schneien an, was für einen Israeli einem Wintermärchen gleichkommt.

Doch welcher Tourist bekommt schon einen Termin in der Hofburg bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen und tags darauf am Ballhausplatz bei Bundeskanzler Karl Nehammer, zudem noch bei Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und dem Botschafter Katars in Österreich? Korngold war gerührt von der emotionalen Begegnung mit dem Staatsoberhaupt und davon, dass ihm der Regierungschef eine halbe Stunde in seinem Terminkalender eingeräumt hat. Er traf Nehammer bereits Ende Oktober in Tel Aviv, woraufhin er ihn nach Wien einlud.

Mission Geiselbefreiung

Gilad Korngold hat eine besondere Mission nach Wien geführt: die Bemühung um die Freilassung Tal Shoams, seines Sohns, wie er ein österreichisch-israelischer Doppelstaatsbürger, der seit acht Wochen in der Gewalt der Hamas im Gazastreifen ist. Dafür scheut er keine Mühen. Seinen Onlineshop hat er nach dem „schwarzen Schabbat“ des 7. Oktober geschlossen, die Mitarbeiter hat er in Urlaub geschickt. Seither ist sein ganzes Trachten auf die Befreiung seines Sohns gerichtet. „Ich vermisse meinen Tal.“

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