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Regierung will jährlich 15.000 Rot-Weiß-Rot-Karten ausstellen

Wirtschaftsminister Marin Kocher (ÖVP) freut sich über einen Anstieg der Arbeitserlaubnisse an Ausländer.
Wirtschaftsminister Marin Kocher (ÖVP) freut sich über einen Anstieg der Arbeitserlaubnisse an Ausländer.APA / LECH ZÜRS TOURISMUS / Florian Lechner Voels
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Heuer wurden bis Ende Oktober 6700 Arbeitserlaubnisse ans Ausländer erteilt. Das sind bereits mehr als im gesamten Jahr 2022. Bis 2027 sollen es jährlich mindestens 15.000 werden.

Die Bundesregierung will Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel verstärken, der sich zunehmend zum betriebs- und volkswirtschaftlichen Bremsklotz entwickelt. Es zeichne sich ab, dass sich der Arbeitskräftebedarf auch wegen der alternden Gesellschaft weiter steigert, ließ Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) via Aussendung am Sonntag wissen. Nun werde ein interministerieller Strategieausschuss zur Beratung und Bündelung aller Vorhaben in diesem Bereich geschaffen.

Der Strategieausschuss soll Maßnahmen an einer zentralen Stelle koordinieren und bündeln. Neben acht Ministerien sind auch das Arbeitsmarktservice (AMS), die Austrian Business Agency (ABA) sowie Sozialpartner und Bundesländer eingebunden. Bis 2027 sollen jährlich mindestens 15.000 Menschen eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten.

Am Freitag wurde ein entsprechender Umlaufbeschluss verabschiedet. Gleichzeitig wurde auf bereits vorhandene Maßnahmen zur Rekrutierung von internationalen Fachkräften verwiesen.

Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte zeigt Wirkung

So seien heuer auf Grund einer Reformierung bis Ende Oktober mit 6661 Rot-Weiß-Rot-Karten bereits mehr solcher Arbeitserlaubnisse für Drittstaatsangehörige ausgestellt worden, als im gesamten Vorjahr, betonte Arbeitsminister Kocher (ÖVP). Die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte aus dem Vorjahr scheint demnach allmählich zu greifen.

Die Mangelberufsliste wurde kürzlich beispielsweise um Greenjobs im Mobilitätsbereich erweitert. Auch eine Absichtserklärung mit den Philippinen gibt es inzwischen. Über das Netzwerk Europäischer Arbeitsmarktservices (EURES), sollen zudem EU-Bürger aktiv vermittelt werden.

„In der Pflege und Betreuung ist der Fachkräftemangel besonders eklatant“, wurde Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) zitiert. Interessierten Fachkräften sei zu vermitteln, dass sie hierzulande willkommen seien. Ein Konkurrenzkampf unter den EU-Mitgliedstaaten sei nicht zielführend, vielmehr brauche es „Abstimmung und Kooperation“.

Auch Wirtschaftskammer (WKÖ) und Industriellenvereinigung (IV) begrüßen die Pläne. Mit Blick auf 200.000 offene Stellen betonte die WKÖ jedoch, dass man solcherlei Maßnahmen schon lange gefordert habe. „Qualifizierte Zuwanderung ist ein unerlässliches Mittel, um den Wohlstand von uns allen und die Finanzierung unseres Sozialsystems zu sichern“, betonte WKÖ-Generalsekretär und ÖVP-Nationalratspolitiker Karlheinz Kopf. „Im internationalen Wettbewerb um die besten Talente können wir als Staat nur gewinnen, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“

Einen weiteren Beitrag zur Deckung des Arbeits- und Fachkräftemangels können auch aus der Ukraine vertriebene Personen darstellen, hieß es von der IV mit Verweis darauf, dass sich dies auch in der am Freitag beschlossenen Regierungsstrategie wiederfinde. „Wir müssen Ukrainerinnen und Ukrainern geeignete Perspektiven am österreichischen Arbeitsmarkt bieten“, so Generalsekretär Christoph Neumayr.

(APA)

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