EM 2024

Das Losglück beschert Deutschland neue Zuversicht

Julian Nagelsmann und das Objekt der Begierde.
Julian Nagelsmann und das Objekt der Begierde.APA / AFP / Odd Andersen
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Weil dem Gastgeber besonders namhafte Gegner erspart blieben, schöpft Bundestrainer Julian Nagelsmann Hoffnung. Ein Umbruch ist dennoch alternativlos.

Mit dem Glückslos in der Tasche konnte sich Julian Nagelsmann gelassen den Weg durch die Gänge der Hamburger Elbphilharmonie bahnen. Weder das leichte Fieber noch der Gedanke an die anstrengende Autofahrt durch die Nacht zurück nach München brachten den Bundestrainer aus der Fassung.

Schottland, Ungarn und die Schweiz waren als Gruppengegner interessant genug, um glaubhaft respektvoll auf die Heim-EM zu blicken - aber auch leicht genug, um den Fokus sofort wieder zu verrücken. „Wir haben Respekt vor allen Gegnern, aber die haben auch Respekt vor uns“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

Furcht und Angst verbreitet die DFB-Auswahl aber schon lange nicht mehr, bereits im Achtelfinale droht England, Spanien oder Italien. Die Fußball-Nationalspieler bekamen kurz vor Weihnachten eine deutliche und wenig besinnliche Ansage.

Konsequenzen – aber für wen?

„Eines kann ich versprechen - dass wir nicht hilflos sind“, sagte Nagelsmann in einem kleinen Saal des großen Konzerthauses und kündigte nach den massiven Novemberenttäuschungen deutliche Veränderungen in der DFB-Auswahl an, inhaltlich wie personell. Für den ein oder anderen Spieler könnte der Traum vom Heim-Turnier schon im März plötzlich ganz weit weg sein. Gedanken machen muss sich nach dem 2:3 gegen die Türkei und 0:2 in Wien praktisch jeder.

„Es gibt jetzt keine Radikalkur, dass wir zehn Spieler zu Hause lassen und zehn neue einladen, aber es wird schon etwas verändern in der Struktur, weil wir auch eine veränderte Nationalmannschaft haben vom Selbstverständnis, in der Art und Weise, wie wir auftreten“, sagte Nagelsmann und ließ damit viel Interpretationsspielraum. Vom Finalziel, das Verbandschef Bernd Neuendorf aus dem Nichts ausgegeben hatte, war keine Rede mehr.

„Wir dürfen gar keinen unterschätzen. Wir müssen schauen, dass wir wieder in die Spur kommen“, sagte DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der den März-Plan mit Spielen in Frankreich und gegen die Niederlande bestätigte. Deutschland testet also ausgerechnet gegen die beiden Gruppengegner Österreichs. Ralf Rangnick wird dabei ganz besonders genau zusehen und seine Schlüsse ziehen.

Mit seiner nebulösen Ankündigung eines Umbruchs eröffnete Nagelsmann die jetzt viermonatige Diskussion von Fans und Experten, was - und wen - der Bundestrainer gemeint haben könnte. (red/ag.)

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