Wien

Die Klimakleber im Theater

Die Kundgebung in Wien und Mitglieder der ‚Letzten Generation‘ vor dem Parlament in Wien.
Die Kundgebung in Wien und Mitglieder der ‚Letzten Generation‘ vor dem Parlament in Wien. APA / Comyan / Georg Hochmuth
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Der Ex-Politiker Bernhard Görg schreibt fürs Theater. Aktuell zu sehen: eine Komödie rund um den Klimakonflikt.

Bernhard Görg ist pessimistisch, was das Klima angeht. „Das Klima hat in der Demokratie keine Chance“, sagt er. „Es sei denn, es gibt einen großen technologischen Durchbruch – aber da ist bisher viel zu wenig passiert.“

Was Görg allerdings trotzdem nicht daran gehindert hat, rund um das Thema eine Komödie zu stricken. Einst ÖVP-Vizebürgermeister in Wien, ist der 81-Jährige zum Autor mutiert: Er hat mehrere Wachau-Krimis geschrieben – ein Sittenbild der niederösterreichischen Politik inklusive – und verfasst am laufenden Band Theaterstücke. Gerade eben wurde eines der Stücke („Immer Ärger mit dem Sex“) in Sofia uraufgeführt – und ab 6. Dezember läuft in Wien sein jüngstes: „Herzstich“ (Freie Bühne Wieden, acht Termine bis 15. Dezember). „Sicher das erste Stück zum Thema Klimakleber“, sagt Görg.

Mitten in der Familie

Angesiedelt ist der Klimakonflikt mitten in einer Familie: Der Vater steht kurz vor dem Karrieresprung zum Generaldirektor eines Baukonzerns, während sich die Tochter fürs Klima auf der Straße festklebt – was nicht wahnsinnig gut zusammengeht. Was Görg von realen Klimaklebern hält? „Das ist eine falsche Protestaktion, weil es nicht dazu führt, dass die Menschen Sympathien für ihre Anliegen entwickeln“, sagt er. „Aber ich sehe auch keine richtige Protestform.“

Die eine oder andere politische Anspielung wird man in dem Stück finden, nicht zuletzt, was die Besetzungspraxis hoher Posten angeht – wenngleich nicht gechattet wird. „Ich wollte es nicht allzu politisch aktuell machen“, sagt Görg. Ein Satz aus dem Stück erscheint besonders passend: „Da heißt es: ‚Ohne die Politik wäre die Bauwirtschaft nirgends.‘ Und das stimmt auch, das war immer so und wird immer so sein.“

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