Zinsen

Eine neue Zeitrechnung für Anleger ist da

Am 13. Dezember gibt Fed-Chef Jerome Powell die nächste Zinsentscheidung bekannt. 
Am 13. Dezember gibt Fed-Chef Jerome Powell die nächste Zinsentscheidung bekannt. Getty Images
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Aktien und Anleihen bewegten sich zuletzt im Gleichschritt in die gleiche Richtung. Und sie werden es wohl auch nach der nächsten Sitzung der Notenbank Fed tun. Ein Paradigmenwechsel, der eine 20-jährige Tradition ablöst.

New York. Wer im Zeitraum von 2000 bis 2021 einen Bankberater um Hilfe gebeten hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit gelernt, dass Staatsanleihen zur Absicherung dienen und in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen dürfen. Vor allem US-Treasuries sollten die ultimative Sicherheit vermitteln und tatsächlich gewann das zehnjährige Papier meist an Wert, wenn die Aktienkurse einbrachen – und umgekehrt.

Heute wissen Investoren freilich, dass diese bewährte Regel nicht in Stein gemeißelt ist. Im Jahr 2022 rasselten Aktien- und Anleihekurse Hand in Hand nach unten. Ein einst als gut diversifiziert geltendes Portfolio, das zu 60 Prozent aus Aktien und zu 40 Prozent aus Anleihen bestand, verlor laut einer Analyse der US-amerikanischen Leuchthold Group 17 Prozent, mehr als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Wer bloß den breiten amerikanischen S&P-500-Index hielt, verlor inklusive reinvestierter Dividenden 18 Prozent, ein zu vernachlässigender Unterschied. 

Nun hat sich das Blatt wieder gewendet, die Novemberrallye umfasste Aktien und Staatsanleihen gleichermaßen, nahezu im Gleichschritt ging es aufwärts. Wer diversifizieren will, so viel steht fest, musste sich woanders umsehen. Ein 60/40-Portfolio aus Aktien und Staatspapieren mag viele Zwecke haben, Absicherung ist momentan eher keiner davon, es sei denn, man hält die Staatsanleihen bis zur Fälligkeit und kann die Schwankungen von der Seitenlinie aus beobachten.

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