Die Donau, der Nil, die Loire, der Rhein – dass Flussnamen sowohl männliche als auch weibliche Artikel tragen, hat mehrere Ursachen.
Nicht die Namen der Flüsse seien männlich oder weiblich, sondern „deren grammatikalisches Geschlecht, das Genus“, erklärt Gerhard Rampl, Sprachwissenschaftler an der Universität Innsbruck. Eine inhaltliche Bedeutung hat Genus bei unbelebten Objekten nicht. „Dinge, wie der Tisch oder die Tür, haben keine männlichen oder weiblichen Eigenschaften. Beim Menschen hingegen stehen Genus, Sexus (biologisches Geschlecht; Anm.) und Gender (soziale Kategorie; Anm.) in einer Wechselwirkung“, so der Linguist, der sich auf Namenforschung spezialisiert hat.
Generell gehören Flussnamen zu den ältesten Namen in Europa. Dass sie im Deutschen sowohl männliche als auch weibliche Artikel tragen, hat mehrere Ursachen. So richtet sich bei zusammengesetzten Wörtern das Geschlecht nach dem Grundwort. Wenn das Grundwort „Bach“ maskulin ist, heißt es auch „der Kaiserbach“. Weil das Wort „Ache“ feminin ist, heißt es eben „die Ötztaler Ache“.