Vereinzelte Abweichungen

Deutscher Bahn-Warnstreik beendet: Züge sollen wieder nach Plan laufen

„Wir bitten um Verständnis, dass es etwas voller sein wird in den Zügen, und raten den Fahrgästen, sich vor der Fahrt noch mal zu vergewissern, ob der Zug tatsächlich fährt“, so die Empfehlung.
„Wir bitten um Verständnis, dass es etwas voller sein wird in den Zügen, und raten den Fahrgästen, sich vor der Fahrt noch mal zu vergewissern, ob der Zug tatsächlich fährt“, so die Empfehlung. Reuters / Jana Rodenbusch
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Der Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL ist beendet. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass sie am Samstag wieder das normale Angebot im Personenverkehr auf die Schiene bringen kann. Einzelne Züge könnten noch ausfallen.

Nach dem Ende des Lokführerstreiks in Deutschland rollt der Zugverkehr bei der Deutschen Bahn (DB) nach Angaben des Unternehmens wieder planmäßig. Mit Betriebsbeginn am frühen Samstagmorgen sei das normale Angebot im Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr wieder aufgenommen worden, teilte der Konzern mit. Es könne im Tagesablauf allerdings noch zu vereinzelten Abweichungen kommen.

Zudem sei nach dem Warnstreik Lokführergewerkschaft GDL am zweiten Adventswochenende mit einen erhöhten Reiseaufkommen und vollen Zügen zu rechnen. Der Notfahrplan habe während des Streiks von Donnerstagabend bis Freitagabend verlässlich funktioniert. Im Fernverkehr seien rund ein Fünftel der ICE- und IC-Züge gefahren, der Regional- und S-Bahnverkehr sei stark reduziert gewesen. Im Güterverkehr bildete sich ein Rückstau, der sich nach Angaben der Bahn erst in einigen Tagen vollständig auflösen dürfte.

Längere Ausstände dürften bevorstehen

Der Streik der GDL war der zweite in der diesjährigen Tarifrunde. Über die Weihnachtszeit bis zum 7. Jänner will sie nicht erneut streiken. Danach könnten Bahnreisenden aber längere Ausstände bevorstehen, denn die GDL hat zu einer Urabstimmung über unbefristete Streiks aufgerufen. Das Ergebnis soll am 19. Dezember bekanntgegeben werden. Gewerkschaftschef Claus Weselsky deutete bereits an, dass im Jänner deutlich längere Streiks drohen. Die GDL hatte Ende November die Gespräche mit dem Staatskonzern für gescheitert erklärt.

Größter Streitpunkt ist die von der GDL geforderte Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Stunden pro Woche für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Dazu verlangt sie 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro. Die Bahn hatte zu Beginn der Gespräche elf Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 32 Monaten geboten. Das hatte die GDL als völlig unzureichend abgelehnt. Die Bahn wiederum stemmt sich vor allem gegen die verlangte Arbeitszeitverkürzung.

Wie ein ÖBB-Sprecher bereits im Vorfeld des Streiks mitgeteilt hatte, waren ÖBB-Korridorzüge, die über das sogenannte „Deutsche Eck“ zwischen Salzburg und Kufstein über deutsches Territorium verkehren, nicht von dem jüngsten Streik betroffen. Fernzüge nach München oder Frankfurt fuhren hingegen nur bis Salzburg bzw. Passau. Die Züge des privaten Betreibers Westbahn verkehrten bis München. (APA/dpa/Reuters)

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