Am Herd

Wer will schon eine Krankheit, die so heißt

Ja, sagt der Orthopäde, das komme mit dem Alter, er habe das auch. Ich glaube, er will mich beruhigen, aber so funktioniert das nicht, tut mir leid.

Ich habe ja lang keinen Arzt mehr aufgesucht. Erst war Pandemie, da wollte ich nicht in Praxen Viren fangen gehen. Dann war keine Pandemie mehr, und das Leben war zu lustig, um an Vorsorge zu denken. Irgendwann erinnerten meine Kinder mich daran, dass ich sterblich bin, das tun sie gern. Neuerdings haben sie besprochen, wer das Öl-Porträt meiner Großmama erbt, jedenfalls habe ich mich zur Gynäkologin verfügt. Und zum Zahnarzt. Und überhaupt.

In der Folge habe ich wesentliche Teile des vergangenen Jahres in Wartezimmern verbracht.

Es stimmt nämlich, was man sagt: Irgendwas findet man immer. Zum Beispiel Brustdichte Kategorie vier, was gefährlich klingt, aber nur bedeutet, dass man bei der Mammografie nichts erkennt und deshalb noch ein MRT braucht. Oder eine Zyste an den Eierstöcken. So eine Zyste an den Eierstöcken kommt häufig vor, sagt die Ärztin, alles ganz harmlos, und meist platzt sie irgendwann von selbst, nur: Wenn man sie schon entdeckt hat, muss man sie auch kontrollieren.

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