Pizzicato

Witzige Wissenschaft

Auch nach dem Sonntag der Nobelpreisverleihung springt ins Bewusstsein, wie wenig eine bahnbrechende wissenschaftliche Arbeit von der Öffentlichkeit anerkannt wird.

Die Wissenschaft hat es nicht leicht in Österreich. Die Skepsis bleibt in unserer Gesellschaft weiter bestehen, bestätigte das Wissenschaftsbarometer der Akademie der Wissenschaften vor Kurzem. Nicht nur bei Beiträgen von der Klimakonferenz in Dubai, zu der Tausende Forschende und Berichterstattende für ein paar Tage hinfliegen, bemerkt man das fehlende Grundverständnis für Wissenschaft. Auch nach dem Sonntag der Nobelpreisverleihung springt ins Bewusstsein, wie wenig eine bahnbrechende Arbeit von der Öffentlichkeit anerkannt wird. In manchen Hauptnachrichten wurde gar nicht erwähnt, dass mit Ferenc Krausz ein Physiker geehrt wurde, der seine Arbeiten an der TU Wien geleistet hat.

Im Frühstücksfernsehen eines österreichischen Privatsenders kicherte sich die Moderatorin wie in einem schlechten Blondinenwitz über den Beitrag hinweg: „Bei Physik kann ich gar nichts sagen. Da war ich schon in der Schule schlecht.“ Dass der Nobelpreisträger mit ultrakurzen Laserpulsen arbeitet, könnte jedes Volksschulkind vom Teleprompter ablesen. Aber was will man schon erwarten für das Ansehen eines Berufsstandes, der im Volksmund das Adjektiv „verrückt“ zugeschrieben bekommt? Solang „der verrückte Wissenschaftler“ im Hirn der Menschen feststeckt, wird sich das Image schwer ändern.

E-Mails an: veronika.schmidt@diepresse.com

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