Öl- und Gasversorgung

Insolventer Dieselhändler LU & NO schuldet Finanzamt und Zoll über 300 Millionen Euro

Die Insolvenz des Wiener Dieselöl-Großhändlers LU & NO trifft die öffentliche Hand hart. 
Die Insolvenz des Wiener Dieselöl-Großhändlers LU & NO trifft die öffentliche Hand hart. IMAGO/Zoonar.com/Thamrongpat Theerathammakorn
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Es handelt sich dabei um nicht bezahlte Mineralölsteuer. „Den Schaden hat offenbar der Steuerzahler“, so Kreditschützer Weinhofer. Man werde dem Fall „ganz genau“ auf den Grund gehen.

Die Insolvenz des Wiener Dieselöl-Großhändlers LU & NO trifft die öffentliche Hand hart. Größter Gläubiger sei die heimische Finanz bzw. der Zoll mit zumindest 320 Millionen Euro an Forderungen, weil Mineralölsteuer nicht bezahlt wurde, schreibt der „Kurier“ (Donnerstag). „Diese Pleite wirft viele Fragen auf und wir werden dem Fall ganz genau auf den Grund gehen“, sagte Kreditschützer und Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer der Zeitung. „Den Schaden hat offenbar der Steuerzahler.“

Laut Firmenbuch („Wirtschafts-Compass“) ist Luca Saracino Alleinaktionär der LU & NO AG. Am Dienstag hat das Handelsgericht Wien über das Vermögen der Aktiengesellschaft ein Konkursverfahren eröffnet. Von der Insolvenz sind 46 Gläubiger und Gläubigerinnen sowie fünf Beschäftigte betroffen. Laut Unternehmensangaben belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 500 Millionen Euro.

Verkauf in Österreich bereits 2022 eingestellt

Bei einem Umsatz von 1,78 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2021/22 belief sich der Verlust der LU & NO AG auf 138,4 Millionen Euro, geht aus dem im Firmenbuch hinterlegten Jahresabschluss hervor. Das Unternehmen war seit 2016 im Großhandel aktiv und handelte mit international gekauftem Dieselöl. Der Verkauf von Mineralöl an österreichische Unternehmen wurde laut dem Kreditschutzverband von 1870 (KSV) bereits im Jänner 2022 eingestellt. Seither habe die LU & NO AG lediglich über ihre Zweigniederlassung in Hamburg gehandelt. Zwischenzeitig wurde die Geschäftstätigkeit des Unternehmens aber zur Gänze eingestellt.

Kurz vor Weihnachten 2021 entzog der Zoll dem Unternehmen laut „Kurier“ die sogenannte Bewilligung als „registrierter Empfänger“ und die für das „Steuerlager“. Zugleich ließ der Zoll 15 Bankkonten des Unternehmens pfänden. (APA)


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