Musiktheater an der Wien

Die Oper der herzigen Monster

Sopranistin Jasmin Delfs erlebt als Max im plüschigen Wolfspyjama nächtliche Abenteuer.
Sopranistin Jasmin Delfs erlebt als Max im plüschigen Wolfspyjama nächtliche Abenteuer.Werner Kmetitsch
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„Wo die wilden Kerle wohnen“ ist eine Oper – auch – für Kinder. In Nikolaus Habjans Inszenierung spielen auch seine genialen Puppen mit.  

Kinderoper oder Oper – auch – für Kinder? Man könnte meinen, Oliver Knussens „Wo die wilden Kerle wohnen“, basierend auf dem Kinderbuch von Maurice Sendak, gehöre zu ersterer Kategorie. Die Handlung scheint simpel, nach 45 Minuten ist alles vorbei, und das Ausweichquartier in der Halle E des Theaters an der Wien war rappelvoll mit Gschrappen. Und doch gehört das Stück, wie „L’enfant et les sortilèges“, „Hänsel und Gretel“ und „Das schlaue Füchslein“ eher zur letzteren. Die Musik ist einfach zu gut, die Handlung tiefsinniger, als man auf den ersten Blick vermutet, und die Kürze macht das Ganze unschlagbar. Es gibt keine Oper, die nicht lang genug wäre; die „Wilden Kerle“ kommen dem aber löblich nahe. Und während es auch andere gut meinend kurze Opern gibt („Arlecchino“, „Il tabarro“, „Der Zwerg“, „L’heure espagnole“, „Blaubarts Burg“ et al.), wird deren Knappheit fast immer durch ein Zuschalten anderer Opern ruiniert. Nicht so hier.

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