Studie

Solidarisch am Arbeitsplatz: Nicht besonders

© Philipp Lipiarski / www.lipia
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79 Prozent wünschen sich, Ungerechtigkeiten würden angesprochen werden.

Der Wunsch nach Solidarität am Arbeitsplatz scheint hoch, doch Diskriminierung und Sexismus werden von vielen toleriert, zeigt die Umfrage zur „Allyship auf dem österreichischen Arbeitsmarkt“ auf Initiative von Weconomy und der Kommunikationsagentur Ketchum. Laut der repräsentativen Studie wollen 79 Prozent, dass es jemand anspricht, wenn es zur ungleichen Behandlung von Mitarbeitenden am Arbeitsplatz kommt.

»Wir Frauen profitieren nicht so stark vom bestehenden System wie unsere männlichen Kollegen. Das System zu kritisieren, von dem man profitiert ist schwierig. Sich für andere einzusetzen, heißt seine Privilegien zu teilen. Allyship bedeutet für mich, Menschen, die mit weniger Privilegien geboren wurden als ich, eine Hand zu reichen und mich mit ihnen zu solidarisieren.«

Manisha Joshi, Business Director und Head of Diversity bei Ketchum

Am solidarischsten zeigt man sich mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Würde ein Witz auf deren Kosten am Arbeitsplatz geäußert, würden 72 Prozent der Männer und 83 Prozent der Frauen einschreiten, bei homophoben ­Äußerungen 72 Prozent bzw. 65 Prozent, bei rassistischen 57 Prozent bzw. 45 Prozent und bei sexistischen Witzen 48 Prozent bzw. 29 Prozent.

Hierarchieübergreifende sexuelle Beziehungen werden von Männern stärker toleriert als von Frauen: 47 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen äußern sich aktiv dagegen. Komplimente zur Figur werden geschlechterunabhängig von 76 Prozent akzeptiert.

Übrigens: Fast ein Drittel gab an, dass kritische Meinungen zum Thema Vielfalt, Inklusion, Gleichberechtigung am Arbeitsplatz in ihrem Unternehmen nicht gefördert werden.

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