Tourismus

Die Reiselust ist trotz Teuerung ungebrochen

Starker Start für den Wintertourismus, im Bild der Tiroler Rettenbachferner im Herbst.
Starker Start für den Wintertourismus, im Bild der Tiroler Rettenbachferner im Herbst.Reuters / Leonhard Foeger
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Der Wintertourismus legte einen starken Start hin. Und auch die Lust auf den Sommerurlaub ist da, wenn es nach dem Reiseveranstalter Ruefa geht. Die Teuerung scheint die Reiselust nicht zu beeinflussen.

Die Teuerung tut der Reiselust keinen Abbruch. Urlaubsbudgets werden größer und Urlaube länger, so interpretiert der Reiseanbieter Ruefa die Ergebnisse einer jährlichen Umfrage. Laut der Reisekompass-Befragung plant jeder zweite einen Bade- bzw. Strandurlaub, das ist für knapp die Hälfte auch der Haupturlaub. Für etwas mehr als ein Drittel steht ein Stadturlaub am Programm, danach folgen Wellnessurlaub, Aktivurlaub und eine Rundreise. Eine Kreuzfahrt wollen lediglich fünf Prozent machen.

Die Preise für Pauschalreisen steigen heuer nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Beim Anbieter Ruefa mit seinen über 70 Reisebüros rechnet man im Schnitt mit einer Preiserhöhung von 3 Prozent. Im vergangenen Jahr sei das verknappte Flugangebot mit ein Grund für die hohe Preissteigerung gewesen, sagte Ruefa-Geschäfsführer Michele Fanton. Dieses steige nun wieder. Einer Umfrage zufolge hat die Teuerung auf das Reiseverhalten aber gar nicht so einen großen Einfluss.

Im Durchschnitt will man heuer 19 Tage lang auf Urlaub fahren – einen Tag länger als noch 2023. Der Haupturlaub soll dabei acht bis 14 Tage dauern. Durchschnittlich gibt eine Person mit 1882 Euro um 185 Euro mehr für den Urlaub aus als im Vorjahr. Nach wie vor nimmt Ruefa den Trend zu Reisen in der Nebensaison wahr: „da werden die Kapazitäten deutlich hochgefahren“, sagt Ruefa-Geschäftsführer Michelle Fanton.

Unangefochtene Spitze

Am liebsten fahren die meisten Menschen in Österreich noch immer nach Italien (32 Prozent) und Kroatien (26 Prozent). Die beiden Länder bleiben unangefochten an der Spitze der beliebtesten Reiseziele in Europa. Überhaupt will ein Großteil (78 Prozent) der Befragten in Europa bzw. im näheren Ausland Urlaub machen. Auf Platz drei liegt inzwischen Deutschland. Ein Trend, den die Fußball EM im heurigen Juni und Juli bestimmt noch befeuern werde. Danach folgen Griechenland (13 Prozent) und Spanien (zwölf Prozent).

21 Prozent wollen heuer eine Fernreise machen. Und auch hier bleiben die USA (16 Prozent) und Thailand Titelverteidiger. Beliebter wurden die Vereinigten Arabischen Emirate und Abu Dhabi und Dubai und liegen nun auf Platz drei.

Starke Skisaison, schwacher Städtetourismus

Und auch der heimische Wintertourismus hat mit „punktgenauem Schneefall“, wie Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler vor Kurzem sagte, einen starken Start hingelegt. Gut gefüllte Pisten und volle Hotels prägten die heimische Saison bisher.

Lediglich bei den Buchungen in den Städten ist die Lage noch verhalten. Dort wird im Jänner und Februar bisher nicht der Wert erreicht wie zur selben Zeit vor einem Jahr. „Sowohl in der Stadthotellerie als auch in der Thermenhotellerie: alle merken, dass die Firmen aktuell mit Tagungen und Seminaren zurückhaltender sind.“ Die Stadt Salzburg verzeichne derzeit beispielsweise ein Nächtigungsminus von fünf bis sieben Prozent. Doch mit dem Geschäft zu Weihnachten und zu Silvester seien alle sehr zufrieden gewesen. Insgesamt laufe der Winter gut.

Der Lust aufs Skifahren tut die Teuerung keinen Abbruch: „Es ist eine gewisse Preissensibilität bei den Kundinnen und Kunden da, aber wir haben in Österreich den Vorteil, vom Privatzimmer bis zum Fünf-Sterne-Hotel ein breites Angebot abdecken zu können“, sagte der WKÖ-Tourismusobmann Robert Seeber am Donnerstag im ORF-Radio. Und auch auf die Semesterferien blickt Seeber optimistisch.

Nächtigungsrekord im Vorjahr

Allein im November gab es 5,15 Millionen Nächtigungen in Beherbergungsbetrieben in Österreich. Das waren um 5,4 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Laut Statistik Austria war das der dritthöchste Novemberwert nach 2018 mit 5,23 und 2019 mit 5,30 Millionen Übernachtungen.

Insgesamt zeichnen sich Rekorde bei den Nächtigungen für das gesamte Vorjahr ab, auch wenn die Zahlen für Dezember noch ausständig sind. Bis Ende November gab es in Österreich 139,73 Millionen Nächtigungen. Das ist ein Plus zum Vorjahreszeitraum von 10,8 Prozent. Damit wurden bereits mehr Übernachtungen als im Gesamtjahr 2022 (136,91 Mio.) verbucht.

Arbeitskräftemangel

Dennoch ist die Freude über den Boom getrübt vom Arbeitskräftemangel. Seeber fordert eine finanzielle Entlastung für die Betriebe, damit diese ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser bezahlen können. Aber Geld sei auch nicht alles. Auch Wertschätzung mache Arbeitsplätze attraktiv und da seien die Betriebe gefragt.

(klug/APA)

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