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SAP wächst kräftig und setzt künftig stärker auf KI

Ein boomendes Cloud-Geschäft und Einsparungen haben SAP 2023 zu einem kräftigen Wachstum verholfen.
Ein boomendes Cloud-Geschäft und Einsparungen haben SAP 2023 zu einem kräftigen Wachstum verholfen.Imago / Imago Stock&people, Via Www.imago-images.de
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Konzernchef Christian Klein kündigt verstärkte Investitionen in Künstliche Intelligenz an. Die Zahl der Beschäftigten soll aber trotz eines bevorstehenden milliardenschweren Konzernumbaus stabil bleiben.

Ein boomendes Cloud-Geschäft und Einsparungen haben SAP 2023 zu einem kräftigen Wachstum verholfen. Daraufhin kündigte das deutsche Softwarehaus in der Nacht zum Mittwoch für das laufende Jahr erneute zweistellige prozentuale Steigerungen bei Umsatz und Gewinn an. Dazu soll der Konzern für zwei Milliarden Euro weitreichend umgebaut werden.

Das operative Ergebnis stieg den Angaben zufolge im vergangenen Jahr währungsbereinigt um 13 Prozent auf 8,72 Milliarden Euro und damit stärker als von Branchenexperten erwartet. Vom Unternehmen beauftragte Analysten hatten ein Plus von 9 Prozent vorhergesagt. Die Cloud-Erlöse wuchsen um 23 Prozent auf 13,66 Milliarden Euro.

„Wir haben Wort gehalten und trotz eines ungünstigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds ein zweistelliges Wachstum erreicht“, sagte SAP-Finanzchef Dominik Assam. Im laufenden Jahr wolle er die Ertragskraft weiter steigern. Für 2024 peilt das Unternehmen bei den Cloud-Umsätzen ein Plus von 24 bis 27 Prozent auf 17 bis 17,3 Milliarden Euro an. Das Betriebsergebnis werde voraussichtlich um 17 bis 21 Prozent auf 7,6 bis 7,9 Milliarden Euro steigen.

SAP will verstärkt in KI investieren

SAP-Chef Christian Klein kündigte zudem verstärkte Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) an. Angebote auf Basis dieser Technologie kämen gut an: „Mehr als die Hälfte unserer Kunden entscheiden sich für unsere Premium-Pakete.“ Früheren Aussagen zufolge kann SAP für seine KI-Angebote Aufschläge von bis zu 30 Prozent verlangen.

Daneben verspricht sich Klein von der internen KI-Nutzung Effizienzgewinne und reagiert darauf mit einem Konzernumbau. Ein Teil der betroffenen rund 8000 Beschäftigten solle umgeschult und versetzt werden. Andere würden zu einem Arbeitgeberwechsel ermuntert. Durch Neueinstellungen in zukunftsträchtigen Bereichen werde die Gesamtzahl der Beschäftigten wohl stabil bleiben. Vor einem Jahr hatte SAP wegen sinkender Gewinne den Abbau von 3000 Stellen angekündigt.

Unabhängig davon passte der Konzern seine mittelfristigen Ziele an, um einer veränderten Bilanzierungspraxis Rechnung zu tragen. Weil bei den maßgeblichen Kennziffern künftig unter anderem die Kosten für Aktienvergütungen hineingerechnet werden, werde der operative Gewinn 2025 nun bei rund 10 statt etwa 11,5 Milliarden Euro liegen. Auch hier liegt das Unternehmen über den Erwartungen: Analysten hatten mit einer deutlicheren Senkung gerechnet. Beim Konzern- und Cloud-Umsatz stellt SAP wie bisher 37,5 beziehungsweise 21,5 Milliarden Euro in Aussicht. (APA/Reuters)

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