Religion

Schulterschluss der Religionen beim Treffen mit dem Bundespräsidenten

„Stunde für den Frieden“ mit Vertetern der Glaubensgemeinschaften am Donnerstag bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Dritter von rechts).
„Stunde für den Frieden“ mit Vertetern der Glaubensgemeinschaften am Donnerstag bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Dritter von rechts). Kathpress
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Religion darf nicht als Werkzeug für Hass, Gewalt und Konflikte missbraucht werden: Mehrere Vertreter der Religionsgemeinschaften äußerten sich so fast wortgleich in der Wiener Hofburg. Anlass: Eine „Stunde für den Frieden“ bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

„Frieden ist in Österreich eine Selbstverständlichkeit und die Kirchen und Religionen tragen viel dazu bei. Leider ist der Frieden weltweit keine Selbstverständlichkeit.“ Dies erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Donnerstag bei einem Treffen mit Religionsvertretern zu einer „Stunde des Friedens“.

Und der Bundespräsident weiter: „Ich vertraue darauf, dass wir ein friedvolles Miteinander bewahren. Miteinander zu reden ist essenziell für das Wohl unserer Gesellschaft. In Zeiten globaler Unsicherheiten ist es wichtig, dass wir einander zuhören und uns nicht vor anderen Überzeugungen fürchten.“

Vertreterinnen und Vertreter aller in Österreich anerkannten 16 Kirchen und Religionsgesellschaften waren in die Hofburg dabei. Bundespräsident Van der Bellen und seine Ehefrau Doris Schmidauer begrüßten unter anderen Militärbischof Werner Freistetter (Kardinal Christoph Schönborn ist derzeit bei routinemäßigen Terminen in Rom), den lutherischen Bischof Michael Chalupka, die evangelische Synodenpräsidentin Ingrid Monjencs, den Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural und den Präsidenten der Israelitischen Glaubensgemeinschaft Oskar Deutsch.

„Starkes Signal“

Für die Muslime in Österreich betonte Ümit Vural wörtlich: „Heute treten wir gemeinsam auf, um das Potenzial unseres Dialogs aufzuzeigen und ein starkes Signal in die Bevölkerung zu tragen. Wir möchten verdeutlichen, dass Religion nicht als Werkzeug für Hass, Gewalt und Konflikte missbraucht werden darf. Im Gegenteil - wir stehen für die positive und konstruktive Rolle der Religionen in der Gesellschaft.“

„Unerträgliche Polarisierung“

In den vergangenen Jahren habe man in vielen Bereichen gesellschaftliche Spaltungen erlebt. „Wir sind mit einer unerträglichen Polarisierung konfrontiert, mit menschenverachtender Rhetorik und einem Mangel an Empathie“, warnte Vural. Die vergangenen Wochen hätten „tragische Verluste an Menschenleben und großes Leid über Israel und Palästina gebracht“. Die Islamische Glaubensgemeinschaft stehe an der Seite derer, „die Hass und Gewalt verurteilen und sich für den Frieden einsetzen“.

Der katholische Militärbischof Werner Freistetter, hob das Friedenspotenzial der Religionen hervor und verwies in diesem Zusammenhang auf Papst Franziskus wie auch auf eigene Erfahrungen. Die Bedeutung der Religionen für die Bewältigung der aktuellen Krisen und Herausforderungen nehme sogar zu, zeigte sich der Bischof überzeugt.

Deutliche Worte kamen auch von der evangelischen Synodenpräsidentin Ingrid Monjencs. Als evangelische Kirchen in Österreich stehe man voller Schrecken vor dem Grauen der Kriege, ob in unmittelbarer Nachbarschaft Österreichs oder in anderen Weltgegenden. „Wir teilen das Entsetzen und das Gefühl der Ohnmacht mit allen Menschen, die in Österreich leben. Wir verurteilen die Aggression derer, die Schuld auf sich geladen haben - sei es durch den Angriffskrieg auf die Ukraine oder den Terrorüberfall der Hamas auf Israel. Und wir beten für die Opfer des Krieges, die Kinder, Frauen und Zivilisten, die Opfer der Gewalt werden“, so die Synodenpräsidentin.

„Reichen wir einander die Hände“

Eidel Malowicki ergriff für die Israelitische Kultusgemeinde das Wort und appellierte eindringlich für Frieden und Versöhnung: „Reichen wir einander die Hände, um ein Zeichen zu setzen für Frieden, Schalom.“

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