Religion

Kündigt Frieden in Nahost den Antichrist an?

Christen beten während der „Night to Honor Israel“ im Sommer 2023 auf einer Konferenz der Organisation „Christians United for Israel“.
Christen beten während der „Night to Honor Israel“ im Sommer 2023 auf einer Konferenz der Organisation „Christians United for Israel“.Picturedesk / Jacquelyn Martin
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Bedingungslos für Israel: Warum ein politisch mächtiger Teil der evangelikalen US-Christen den Krieg zwischen Hamas und Israel als Teil biblischen Endzeitgeschehens sieht – und das auch mit Antisemitismus harmonieren kann.

Dass sich just Iran, Russland und Türkei gleichzeitig gegen Israel stellen, sei in der Bibel vorhergesagt: So meinen der Fernseh-Pastor Jimmy Evans und Mark Hitchcock, ein Verfasser von Büchern über die biblischen Endzeitprophezeiungen. Als Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas und den dadurch ausgelösten Krieg haben die zwei US-Autoren ihr Büchlein „What‘s Next? Israel-Gaza War. Connecting Today‘s Headlines to Tomorrow Prophetic Events“ veröffentlicht.

Im Alten Testament, Ezechiel 38, wird prophezeit, dass sich mehrere Völker gegen Israel verbünden. Unter ihnen vermeinen die Autoren Vorläufer heutiger Staaten zu erkennen: Rosh, das sei Russland, Togarmah, Meshech, Tubal und Gomer – die Türkei. (Diese Herleitungen liegen zwar fern der kühnsten wissenschaftlichen Spekulationen – das Wort „Rosh“ etwa ist vermutlich nicht einmal eine Ortsangabe; sie finden sich aber dennoch in Online-“Bibellexika“ evangelikaler Herkunft, auch deutschsprachigen.)

„What‘s Next?“ richtet sich nach eigenen Angaben vor allem an jene christlichen Gläubigen in den USA, die sich nun fragen, „wie sich diese verstörenden Ereignisse zu den in der Bibel beschriebenen Endzeitgeschehnissen verhalten“. Und das sind unter den Angehörigen nicht kirchlicher christlicher Bewegungen ziemlich viele. Unter ihnen, wenn auch weniger unter den Jüngeren, ist der Glaube verbreitet, dass Israel aufgrund seiner Position in Gottes Heilsplan unterstützt werden müsse.

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