Petition

Schweizer Bauern wollen keine „rabiaten Proteste“

Die eidgenössischen Bauern fordern finanzielle Sicherheit ab nächstem Jahr. Im Parlament sind die Landwirte jedoch gut vertreten.

„Die Schweizer Bauernbetriebe haben die gleichen Probleme wie ihre europäischen Kollegen und teilen viele ihrer Forderungen.“ Seit Wochen gärt es in der Agrarwelt in Europa, doch in der Schweiz blieb es ruhig – bis jetzt. Eine Petition, die der Schweizer Bauernverband ins Leben rief, erhielt am Dienstag binnen Stunden die geforderten 6000 Unterschriften. Der Verband macht sich Sorgen um das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern, wiewohl die Finanzierung für das laufende Jahr 2024 gesichert sei.

Doch seien ab nächstem Jahr durchaus Kürzungen zu erwarten, zudem wollen die Bauern weitere Umweltauflagen verhindern. „Wir wollen von den Preisen und nicht von den Prämien leben“, sagte etwa Landwirt Christian Hofmann aus der Westschweiz der Zeitschrift „Schweizer Bauer“. „Wir wollen bei den Preiserhöhungen genaue Zahlen und nicht vage Aussagen, dass die Preise um fünf bis zehn Prozent steigen müssen.“

Rebellische Westschweizer

Grundsätzlich zeigen sich in der Alpenrepublik die Westschweizer Landwirte möglichen Protesten offener gegenüber als die Ostschweizer; so hat sich etwa die Bewegung Révolte agricole Suisse nach französischem Vorbild gebildet. Die Petition und auch die Proteste richten sich aber auch nicht direkt an die Politik, wie viele Bauernvertreter betonen.

Vielmehr sei die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und dem Einzelhandel in eine Schieflage geraten, zumal die Händler die steigenden Kosten der Bauern nicht ausgleichen würden.

Von „rabiaten Protesten“ wie in Frankreich will der Schweizer Bauernverband indessen nichts wissen, auch wenn die Anliegen der europäischen Landwirte geteilt werden. Das ist auch auf den Umstand zurückzuführen, dass die Landwirte im Parlament zu den am besten repräsentierten Berufsgruppen gehören – mit mindestens 40 Vertretern. Darüber hinaus haben auch vier (von sieben) Bundesräten einen Bezug zur Landwirtschaft. (red.)

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