Maria - eine Wucht in jeder Hinsicht

Scharapowa entzauberte Williams und verblüffte bei der Siegerehrung.

WIMBLEDON (fs). Unglaublich! In jeder Hinsicht. Unglaublich, wie Maria Scharapowa, 17, im Damenfinale mit voller Wucht die personifizierte Tennis-Power, Serena Williams, entwaffnet, entzaubert und entthront hatte. Unglaublich bis unwirklich schien ihr es, als sie mit 6:1, 6:4 gewonnen, zweitjüngste Wimbledon-Siegerin aller Zeiten geworden und Standing Ovation erlebt hatte. Sie fiel in die Knie, griff sich an den Kopf, stürmte zu Papa, umarmte und küsste ihn, ehe sie zurück auf den Center Court kam zur Ehrung, die warten musste. Maria wollte noch Mama, in Florida geblieben, in den Triumph des Augenblicks einbeziehen, ließ - sic tempora mutantur, was sollen höfischer Knigge - den Herzog von Kent links liegen, fing ein Handy, das man ihr zugeworfen hatte, versuchte Amerika zu wählen, aber nichts ging. Unglaublich, dass die Technik auf der Leitung stand. Unglaublich, wie kindlich-spontan sie handelte.

Kontrast zur Professionalität im Spiel, das keinen Pardon kannte mit Serena Williams, die - man höre und staune - von Auf- und Grund-Schlägen des Teenagers so erdrückt wurde wie von Marias Entschlossenheit, zu kontern, wenn's gefährlich wurde. Kaum 2:4 hinten mit Break im 2. Satz, schon durchbrach sie Serenas Aufschlag. Zum 5:4 wieder. "Tut mir leid, dass ich dir den Hattrick vermasselt hab", meinte sie entschuldigend. "Aber wir werden noch öfter gegeneinander spielen!" Die erste Schüssel, die sie beäugte wie ein Wunder, gehört ihr. Auch, weil sie die Eltern aus Sibirien schon als 7-Jährige, mit 70 Dollar im Börsel, zu Nick Bollettieri geschickt hatten. Jetzt hat sie den Obolus geleistet. "Ich danke Papa. Es ist leichter, unten zu spielen, als in der Box zu zittern!"

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