Tschechische Republik

„Keine Lust“: Tschechiens Präsident denkt schon nach einem Jahr im Amt ans Aufhören

Der tschechische Präsident Petr Pavel (li.) bei einem Besuch im Sumava National Park.
Der tschechische Präsident Petr Pavel (li.) bei einem Besuch im Sumava National Park.Imago / Vaclav Pancer
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Petr Pavel hat vor einem Jahr die Wahl für das höchste politische Amt im Land gewonnen. Seine Anhänger sind mit ihm überwiegend zufrieden. Doch Pavel selbst fremdelt offenbar mit der Rolle als Prager Burgherr. Und er hat Probleme in Personalfragen.

Vor etwas mehr als einem Jahr gewann Petr Pavel die Stichwahl zum Amt des tschechischen Präsidenten. Das sollte für ihn eigentlich ein Grund zum Feiern sein. Die Tschechen – so sie nicht eingefleischte Anhänger von Pavels Gegenkandidaten Andrej Babiš sind – sind zufrieden mit seiner Arbeit. Im Ausland vertritt er das Land hervorragend. Dabei kommt ihm zweifellos seine Erfahrung als einstiger Chef des höchsten militärischen Amtes in der Nato entgegen.

Pavel verfügt über Expertise, für die sich auch Politiker wie der französische Präsident Emmanuel Macron interessieren. Im Inland ist Pavel reichlich unterwegs, in Ecken des Landes, in denen es Probleme gibt. Seine Auftritte auf großer Bühne, etwa im Fernsehen, werden besser, rhetorisch hat er Boden gutgemacht, und inhaltlich ist er darum bemüht, sich überparteilich zu präsentieren, als ein Präsident, der Gräben innerhalb der Gesellschaft zuschüttet. Bei Journalisten hat er es trotzdem nicht leicht. Einflussreiche Blätter wie die von Babiš mittlerweile verkauften „Lidové noviny“ und „Mladá fronta Dnes“ arbeiten sich in einer Art an Pavel ab, als stünde er noch immer im Wahlkampf mit ihrem einstigen Chef. Freilich gibt Pavel immer wieder Anlass, sich kritisch mit ihm auseinanderzusetzen.

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