Literatur

Darf ich die Kinder umarmen?

Erhielt für ihren Roman „Olive Kitterridge“ im Jahr 2009 den Pulitzer-Preis.
Erhielt für ihren Roman „Olive Kitterridge“ im Jahr 2009 den Pulitzer-Preis. Foto: Leonardo Cendamo
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Elizabeth Strout hat mit „Am Meer“ den zartesten Lockdown-Roman geschrieben, den man sich vorstellen kann.

Es ist ein Segen, dass wir vergessen. Wir sind wieder fast unbeschwert, die Masken sind längst aus den Träumen verschwunden, vorbei die Zeit, da wir schon stutzten, wenn sich in Filmen oder Serien Menschen umarmten. Was war, ist weit weg, und das ist gut so.

Es ist aber auch notwendig, dass wir uns erinnern, nicht tagtäglich, aber hin und wieder, wenn wir etwa den neuen Roman von Elizabeth Strout in die Hand nehmen. Er beginnt in den ersten Wochen der Pandemie: Lucy, die Ich-Erzählerin, ist nicht weiter beunruhigt, aber ihr Ex-Mann, Biologe, ahnt, was da auf sie zukommt. Er hat ein Haus in Maine gemietet. „Lass mich dich aus der Stadt rausbringen“, sagt er. Sofort. Und er erzählt ihr, dass ihr gemeinsamer Freund Jerry gestorben ist. An Corona. „Aber was ist mit Jerrys Beerdigung?“, fragt sie.

Doch da gab es schon keine Beerdigungen mehr, und das war erst der Anfang.

Alt werden in Zeiten der Pandemie

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