11.000-Pfund-Rechnung

Schottischer Minister tritt zurück: Kinder streamten Fußball mit Dienst-Tablet

Archivbild des nun zurückgetretenen schottischen Ministers Michael Matheson aus dem Jahr 2020.
Archivbild des nun zurückgetretenen schottischen Ministers Michael Matheson aus dem Jahr 2020.RUSSELL CHEYNE
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Während eines Urlaubs sollen die Kinder des langjährigen schottischen Ministers Michael Matheson dessen Dienst-Tablet genutzt haben, um Fußball zu schauen. Die Folge: 11.000 Pfund an Roaminggebühren.

Schottlands Gesundheitsminister Michael Matheson tritt wegen einer horrenden Roamingrechnung für sein Dienst-Tablet zurück. Während eines Urlaubs in Marokko waren rund 11.000 Pfund (etwa 12.900 Euro) an Gebühren zusammengekommen. Nach Angaben des Politikers hatten seine Söhne das Gerät als Hotspot benutzt, um Fußball zu schauen. Im Parlament war daraufhin eine Untersuchung angekündigt worden.

Am Donnerstag gab Matheson nun seinen Rücktritt bekannt. Er habe die Ergebnisse der Überprüfung bisher nicht erhalten. Es sei aber sowohl in seinem Interesse als auch im Interesse der Regierung, dass er jetzt zurücktritt, damit der Fall nicht von der weiteren Regierungsarbeit ablenke, teilte der Abgeordnete der Schottischen Nationalpartei auf der Plattform X mit.

Die Wahrheit kam erst nach und nach ans Licht

Matheson stand vor allem wegen seines Umgangs mit den Vorwürfen in der Kritik. Zunächst hatte er verneint, das Dienstgerät privat genutzt zu haben, wie die britischen Nachrichtenagentur PA meldete. Später räumte er ein, seine Kinder hätten die Sim-Karte benutzt. Matheson gehörte fast 13 Jahre auf verschiedenen Posten der Regierung an.

Schottlands Regierungschef Humza Yousaf schrieb, er nehme den Rücktritt mit Bedauern an. Es sei aber das Beste für Matheson, nun zurückzutreten. Er habe seinem Land mit seiner Arbeit in der Regierung einen großen Dienst erwiesen. „Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie nur das Allerbeste“, schrieb Yousaf nach Angaben der Regierung. (APA/dpa)

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