Anspieltipp

Song der Woche: Leben auf der Sonne? Nicht doch

Michael Schmelling
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Amen Dunes macht sich im behäbigen „Purple Land“ Illusionen über die Zukunft seiner Tochter. Gegen Ende wird er aber doch realistisch.

Amen Dunes: »Purple Land«. So schnell wie gedacht kommt die Zukunft meist doch nicht. Werden wir es noch erleben, dass Menschen auf dem Mars landen? Vielleicht; in ein, zwei Jahrzehnten. Dass Menschen dort leben? Zweifelhaft. Völlig illusorisch ist, was Damon McMahon in „Purple Land“ sich ausmalt: „I‘ll be long gone, you‘ll be living on the sun“ singt er an seine kleine Tochter gerichtet. Auf der Sonne? Wohl eher: Von ihrem Licht erfüllt, vielleicht sogar als glückliches Sonnenkind. Er selbst wirkt eher wie ein Zweifler: „I could give up, or I could keep going“, überlegt er über reduzierten Klängen, mit verzerrtem Echo auf der Stimme und die einzelnen Silben betonend. Hie und da erinnern Vocoder-Einsprengsel an Bon Iver. Gegen Ende ändert McMahon noch einmal die Perspektive, eine Rhea Anne ist nun Adressatin und der behäbige Song nimmt Fahrt auf. „I‘ll be holding you everyday, but I can‘t make it go it away for you, dear“, weiß er. Das hört sich eher realistisch an.

Amen Dunes heißt das Musikprojekt von Damon McMahon. Das klingt biblisch, Religion spielt aber wenig Rolle in seinen Texten. Sein sechstes Album „Death Jokes“ erscheint am 10. Mai.  

Den Song zum Sonntag küren allwöchentlich alternierend Thomas Kramar und Heide Rampetzreiter („Die Presse“) sowie Christoph Sepin, Michaela Pichler und Lisa Schneider (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

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