Ressourcen

Rohstoffe: Die alltäglichsten Dinge werden plötzlich rar

Eine Milliarde Dollar kostete Dubais künstliche Insel. Der Sand dafür kam aus Australien.
Eine Milliarde Dollar kostete Dubais künstliche Insel. Der Sand dafür kam aus Australien.Getty
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In der Diskussion um Ressourcen geht es meist um Lithium oder seltene Mineralien. Dabei drohen der Menschheit sogar Sand, Kupfer und Erde auszugehen.

Palladium, Lanthan, Neodym, Kobalt und natürlich Lithium. Es sind klingende Begriffe, die in der schon seit Jahren laufenden Debatte um die ausreichende Verfügbarkeit notwendiger Rohstoffe und sogenannter seltener Erden fallen. Und da diese Stoffe oft unerlässlich für die Produktion von Technologieprodukten wie Smartphones oder Elektroautos sind, kennen mittlerweile auch viele Durchschnittsbürger die Namen von chemischen Elementen, die sich sonst vor einer breiteren Öffentlichkeit in der dritten Nebengruppe des Periodensystems verstecken.

Doch wenn es um die Versorgung mit Ressourcen geht, dann ist die Knappheit nicht mehr nur auf solche auch landläufig als rar wahrgenommene Güter beschränkt. Das gilt inzwischen auch für Rohstoffe, bei denen vielfach angenommen wird, sie seien vorhanden wie der sprichwörtliche „Sand am Meer“.

So ist es justament Sand, der angesichts des globalen Baubooms der letzten Jahre vielerorts bereits zu einem Mangelprodukt geworden ist. Bestes Beispiel aus der jüngsten Zeit ist China, von wo in der Nacht Saugschiffe in die Hoheitsgewässer von Taiwan eindringen, um dort in der Nähe der von Taipeh kontrollierten Matsu-Inseln Unmengen an Sand vom Meeresboden zu saugen und nach Festlandchina zu bringen.

Denn dort ist der Hunger nach Sand groß. So ist das Material unerlässlich, um beispielsweise Beton oder Glas herzustellen. Jedes einzelne Einfamilienhaus verschlingt geschätzte 200 Tonnen Sand. Sand steckt auch in Zahnpasta, Schminke, Mikrochips, Smartphone-Bildschirmen, Autos und Flugzeugen. Kein Wunder also, dass Sand nach Wasser bereits die am zweitmeisten verbrauchte Ressource weltweit ist. Laut UN-Umweltbehörde Unep werden weltweit jährlich ungefähr 50 Milliarden Tonnen Sand und Kies verbraucht, sechs Milliarden davon kommen aus dem Meer.

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