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Onlinedienst X sperrt kurzzeitig Konto von Nawalnys Witwe

Julia Nawalnaja kündigte an, den Kampf ihres Mannes weiterzuführen.
Julia Nawalnaja kündigte an, den Kampf ihres Mannes weiterzuführen. Reuters / Maria Vasilyeva
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Ohne Angabe von Gründen wurde die Frau des verstorbenen Kreml-Kritikers auf X gesperrt. Ebenso wortlos wurde der Account von Julia Nawalnaja wieder freigegeben.

Der Onlinedienst X (vormals Twitter) hat das Konto der Witwe des in der Haft gestorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny am Dienstag gesperrt. Auf dem erst am Vortag eingerichteten Konto von Julia Nawalnaja erschien der Hinweis: „Konto gesperrt. X sperrt Konten, die unsere Regeln verletzen“. Nähere Angaben wurden zu den Gründen zunächst nicht gemacht. Ebenso ohne weiteren Angaben wurde dieser auch wieder freigeschaltet. Der Dienst steht seit der Übernahme durch Elon Musk in der Kritik. Auch die EU hat eine formale Untersuchung eingeleitet. Vor allem wegen Hasspostings und Antisemitismus.

Julia Nawalnja hatte zuvor im Onlinedienst X von Moskau die Herausgabe der Leiche ihres Mannes gefordert. „Es ist mir egal, was der Sprecher des Mörders zu meinen Worten sagt“, schrieb Nawalnaja am Dienstag. „Geben Sie Alexejs Leiche zurück und lassen Sie uns ihn würdig beerdigen - hindern Sie die Menschen nicht daran, von ihm Abschied zu nehmen“, forderte sie.Nähere Angaben wurden zu den Gründen zunächst nicht gemacht.

>> Der Account von Julia Nawalnaja auf X

Peskow weist Vorwürfe an Putin als „unverschämt“ zurück

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte Anschuldigungen Nawalnajas, dass Kremlchef Wladimir Putin ihren Mann getötet habe, am Dienstag laut russischen Nachrichtenagenturen als „unbegründet und unverschämt“ zurückgewiesen. Die 47-Jährige hatte am Montag in einer Videobotschaft Putin für den Tod Nawalnys im Straflager nördlich des Polarkreises verantwortlich gemacht und angekündigt, den Kampf ihres Manns gegen das System des Kremlchefs fortzusetzen.

Peskow sagte, dass weder er noch Putin die Videobotschaft angeschaut hätten. Vor dem Hintergrund, dass „Julia Nawalnaja gerade verwitwet ist“, wolle er sich mit Kommentaren zurückhalten. Zugleich verteidigte der Kremlsprecher das brutale Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Russen, die in vielen Städten des Landes zum Andenken an den gestorbenen Putin-Gegner Blumen niederlegten und Kerzen anzündeten. Die Uniformierten hätten ihre Aufgabe im Einklang mit den Gesetzen erfüllt, meinte Peskow.

Mutter fordert Herausgabe des Leichnams von Nawalny

Die Mutter Alexej Nawalnys wandte sich unterdessen per Videobotschaft an Putin und bat ebenfalls um Herausgabe des Leichnams. Sie stehe vor dem Straflager „Polarwolf“ und warte schon den fünften Tag darauf, dass sie ihren Sohn sehen dürfe, sagte Ljudmila Nawalnaja in der am Dienstag veröffentlichen Videobotschaft. Dort sei er am 16. Februar gestorben.

„Ich wende mich an Sie, Wladimir Putin. Die Entscheidung der Frage hängt nur von Ihnen ab. Lassen Sie mich doch endlich meinen Sohn sehen“, sagte sie. „Ich fordere, unverzüglich den Körper Alexejs herauszugeben, damit ich ihn auf menschliche Weise beerdigen kann“, sagte sie. Sie erhalte bisher weder den Leichnam noch werde ihr gesagt, wo der Körper aufbewahrt werde.

Zuvor hatten Ermittler nach Angaben von Nawalnys Team gesagt, dass die Leiche wegen Untersuchungen noch 14 Tage unter Verschluss gehalten werde. Dagegen fordern Angehörige und Mitarbeiter des Oppositionellen die Herausgabe des Leichnams.(APA/dpa/AFP)

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