Wall Street Journal-Bericht

Israel baut Straße durch Gazastreifen aus

Israelische Panzer im südlichen Gazastreifen.
Israelische Panzer im südlichen Gazastreifen. APA / AFP / Ronaldo Schemidt
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Die Armee baut eine Schotterstraße aus. Diese teilt den abgeriegelten Küstenstreifen südlich der Stadt Gaza von der israelischen Grenze bis zur Mittelmeerküste entlang eines Ost-West-Korridors.

Die israelische Armee baut einem Medienbericht zufolge eine Straße quer durch den Gazastreifen aus, um die Sicherheitskontrolle über das palästinensische Küstengebiet auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten. Das berichtete die US-Zeitung „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf nicht namentlich genannte Verteidigungsbeamte.

Die Schotterstraße teilt den abgeriegelten Küstenstreifen südlich der Stadt Gaza von der israelischen Grenze bis zur Mittelmeerküste entlang eines Ost-West-Korridors, der seit Beginn des Krieges gegen die islamistische Hamas vor gut vier Monaten von israelischen Truppen besetzt ist. Der Ausbau der Straße sei Teil der israelischen Bemühungen, die Topografie des Gazastreifens neu zu gestalten, heißt es in dem Bericht.

Dadurch könne sich das Militär auch nach dem Abzug der meisten Truppen weiterhin auf einer sicheren Route schnell durch das Küstengebiet bewegen. Israel kontrolliert bereits wichtige Nord-Süd-Straßen in Gaza.

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Der Ausbau der Straße zeige, wie sich die israelische Armee auf die nächste Phase des Krieges vorbereite, in der sie plane, sich aus bewohnten Gebieten zurückzuziehen und auf gezielte Angriffe gegen die Hamas zu konzentrieren, hieß es. Die Ost-West-Route solle so lange genutzt und patrouilliert werden, bis Israels Militäreinsätze abgeschlossen seien. Dies könne noch Monate oder sogar Jahre dauern könnte, hieß es unter Berufung auf israelische Beamte.

Israel hat nach eigenen Angaben nicht vor, den Gazastreifen dauerhaft zu besetzen. Allerdings hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu deutlich gemacht, dass Israel nach dem Krieg die „vollständige Sicherheitskontrolle“ über das Gebiet behalten wolle.

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Auslöser des Gazakriegs war das Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zu Gaza verübt hatten. Auf israelischer Seite wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet und weitere 250 als Geiseln verschleppt.

Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Wegen der vielen zivilen Opfer und den massiven Zerstörungen im Gazastreifen steht Israel international stark in der Kritik. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde sind in dem Krieg bisher 29.195 Palästinenser getötet und 69.170 weitere verletzt worden. Die Angaben, bei denen nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern unterschieden wird, sind unabhängig kaum zu überprüfen. (APA/dpa)

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