Pizzicato

Die Taylor-Swiftologie

Das Swift-Phänomen erinnert frappant an die Beatlemania und die Dylanologie. Solang sie nicht eine eigene Religion gründet, ist jedoch JC der größte Popstar aller Zeiten.

Hilfe! Der unablässige Mahlstrom aus dem Taylor-Swift-Universum will nicht abreißen. Kein Wunder, da doch der US-Zeitungsverlag Gannett einen eigenen Taylor-Swift-Reporter eingestellt hat. Selbst Universitäten wie Harvard bieten Kurse zu dem Pop-Phänomen an. Ganz neu ist die Taylor-Swiftologie nicht. Heerscharen an Professoren und Privatdozenten widmen sich ja längst der Dylanologie, der Bob-Dylan-Wissenschaft.

Neulich rief der Megastar während der Australien-Tournee ungläubiges Staunen und einen Massenauflauf der Swifties hervor, als sie in die Trattoria Pellegrino 2000 in Sydney essen ging. Einfach so, ohne vorher das ganze Restaurant zu reservieren.

Das erinnert frappant an die „Beatlemania“ der Sixties. Wie der Zufall will, erreicht uns die Kunde, dass Regisseur Sam Mendes eine vierteilige Beatles-Saga dreht – jeder Film aus der Perspektive eines Pilzkopfs. Bei Taylor Swift stellen wir uns dereinst eine zwölfteilige Netflix-Staffel vor. Mindestens. Martin Scorsese plant dagegen nach Gesprächen mit Papst Franziskus einen neuen Jesus-Film. Auch wenn John Lennon dies einmal bestritten hat, so bleibt JC bis auf Weiteres der größte Popstar aller Zeiten – wenngleich nicht jener mit der größten Gefolgschaft in den sozialen Medien. Jedenfalls solang Taylor Swift nicht ihre eigene Religion gründet.

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