Hauswirtschaftsflächen

Der Waschsalon im Wohnzimmer

Wäsche waschen, trocknen und aufbewahren an einem Ort.
Wäsche waschen, trocknen und aufbewahren an einem Ort.Egem Küchen
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Einst in Keller oder Kammer verbannt, dürfen Waschmaschinen als Teil von Schranklösungen jetzt auch im Wohnraum reüssieren. Abstell- und Wirtschaftsräume sind weiter sehr beliebt – aber rar.

Bügelbrett, Staubsauger, Leiter und Co: Die Liste der Gebrauchsgegenstände, die in aufgeräumten Wohnbereichen keinen Platz finden, ist lang. Glücklich, wer dafür ein Abstellkammerl hat – und noch mehr, wer Platz für einen Hauswirtschaftsraum findet. „Er ist quasi ein Abstellkammerl mit Mehrfunktion“, weiß Nina Medinac von der österreichischen Firma P. Max Maßmöbel. Idealerweise finden dort Waschmaschine, Trockner und Wäscheständer, für Ambitionierte auch Nähmaschine, Bügelbrett und Dampfbügelstation Platz. „Es geht darum, Struktur für besseres Wirtschaften in den eigenen vier Räumen zu schaffen.“

Grundsätzlich sollte ein Hauswirtschaftsraum mindestens fünf bis zehn Quadratmeter haben. Ein Fenster ist nicht unbedingt notwendig, gute Belüftung mittels Lüftungsanlage jedoch schon. Das und eine Temperatur von 18 bis 20 Grad Celsius gewährleisten ein schnelleres Trocknen frisch gewaschener Wäsche und verhindern die Bildung von Schimmel. Außerdem muss die Lichtsituation beachtet werden. „Nur mit guter Beleuchtung lassen sich Unfälle verhindern und der Haushalt geht leichter von der Hand“, sagt Medinac. „Auch rutschfeste Böden sind empfehlenswert.“ Idealerweise ist ein Hauswirtschaftsraum kein abgelegenes Hinterzimmer, sondern liegt direkt an den zentralen Wohnräumen.

Integrierte Ankleide- und Wäschezone

Oder man platziert ihn mitten ins Wohnzimmer: Nicht nur als Teil der Wohnküche, sondern integriert in große Einbauschränke erfreuen Waschmaschinen und Trockner nämlich auch als Teil gehobener Ankleide- und Storage-Zonen. Waschen und Trocknen, Aufbewahren und Ankleiden werden so zusammengeführt und präsentiert statt versteckt – edles Material und Design vorausgesetzt. So wie die Küche seit den 1980er-Jahren vom Nebenraum zum Mittelpunkt des Wohnens wurde, könnte der Waschsalon im Wohnzimmer mit leistungsstarken, glänzenden Designergeräten einen Prestigegewinn erfahren. Ob mit Augenzwinkern oder nicht – vor allem in kleinen Wohnungen kann so aus der Not eine Tugend gemacht werden.

Ob eigener Raum oder kleine Zone: Eine Liste aller Dinge, die untergebracht werden sollen, hilft. Danach gilt es, eine Skizze anzufertigen – optimalerweise mit einem Profi, denn Steckdosen und Wasseranschlüsse müssen in die Planung Einzug finden. Auch die ergonomische Anordnung der einzelnen Elemente sowie die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Nutzer sind von Bedeutung, damit Über- und Fehlbelastungen reduziert und Abläufe vereinfacht werden. „Wäscheaufhängsysteme, Trockner und Waschmaschine sollten nah beieinander bzw. übereinander und in einer gewissen Höhe stehen, damit man sich nicht laufend bücken oder strecken muss“, erklärt Ergonomieberater Peter Stückl.

Arbeitsabläufe planen

„Oft Benutztes wie Putzmittel gehört in Reichweite, ausreichend Arbeitsfläche zum Falten oder Vorbereiten der Wäsche darf ebenso wenig fehlen wie Trockengestelle oder Bügelbrett, damit man flüssig arbeiten kann, ohne erst umräumen zu müssen“, weiß Innenraumgestalter Andreas Fuchs von Wohndesign Fuchs aus Klosterneuburg. Vor allem in Haushalten mit Kindern oder Tieren ist es womöglich sicherer, dass der Raum abschließbar ist oder einen Türcode hat. „Man darf nicht übersehen, dass hier giftige Substanzen gelagert werden“, sagt Fuchs.

Hochwertige, strapazierbare Materialien wie oberflächenbehandelte Kiefer oder Buche eignen sich für die Möbel, die auch ausgelaufene Putzmittel problemlos aushalten. Als Bodenbelag bieten sich in erster Linie Fliesen, Linoleum sowie gegossene Böden aus Harz oder Beton an. Aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit sollte man zum Streichen der Wände eine feuchtigkeitsbeständige Farbe verwenden. Eine gute Alternative können jedoch auch hier Fliesen sein, da Wasser und Putzmittel natürlich an diese Stellen spritzen können. „Wer all dies beachtet, kann hier lang, formidabel und womöglich auch ganz freudvoll arbeiten,“ scherzt Medinac abschließend.

Arbeiten und Aufbewahren

Je weniger Platz, umso mehr Planung: Bei Arbeitsräumen müssen Arbeitsabläufe und -zonen genau skizziert und dabei auf die Größe der Personen Bezug genommen werden, damit die Arbeit vom Wäschesortieren über Bügeln bis Zusammenlegen dann auch flüssig vonstattengehen kann. Außerdem ist es wichtig, die Kästen fest zu verankern, um ihr Umstürzen zu vermeiden. Laden brauchen gute Führung, hohe Räume die Möglichkeit, oben gelegene Flächen mit (verschiebbaren) Leitern ähnlich wie bei Bücherregalen nutzen zu können.

Raumeinrichtung in U-Form bietet volle Stauraumfläche und leichte Zugänglichkeit. Schmale „Schläuche“ sollten nur auf einer Seite mit raumhohen Schränken ausgestattet sein. Beim Einrichten von Abstellräumen sollte darauf geachtet werden, dass oft Benötigtes wie Putzmittel sicher verwahrt, aber dennoch schnell erreichbar ist, um aufkommenden Arbeitseifer zu unterstützen.

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