Luftverschmutzung

Mailands Bürgermeister fordert „Ausnahmezustand“ wegen Smogs

Zum vierten Tag in Folge wurden in Mailand die Feinstaub-Grenzwerte überschritten.
Zum vierten Tag in Folge wurden in Mailand die Feinstaub-Grenzwerte überschritten.Imago / Maurizio Maule
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Mailand wird seit Tagen von Smog geplagt. Aus Sorge wegen der Luftqualität in der lombardischen Metropole fordert der Bürgermeister die Regierung auf, den Notstand auszurufen.

Der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala hat der Regierung in Rom vorgeschlagen, einen „Ausnahmezustand“ in Bezug auf den Smog in Norditalien auszurufen, wo die Luftverschmutzung in dieser Woche in vielen Gebieten die gesetzlichen Grenzwerte überschritten hat. „Ich frage die Regierung: Wenn das Smogproblem so ernst ist, warum ist es dann nicht ein nationales Problem?“, fragte Sala laut Medienangaben.

„Warum wurde nicht der Notstand ausgerufen, wenn vor allem Kinder und ältere Menschen darunter leiden?“, forderte Sala. Er erklärte sich wegen der Luftqualität in der 1,5-Millionen-Einwohner-Metropole besorgt.

Weil den vierten Tag in Folge die Feinstaub-Grenzwerte überschritten wurden, waren am Dienstag in acht von zwölf Provinzen der Region Lombardei, zu der Mailand gehört, Maßnahmen der ersten Stufe zur Bekämpfung des Smogs ergriffen worden. Sie umfassen ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit Benzin bis zu Euro 1 und Diesel bis zu Euro 4 in Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern an jedem Tag der Woche von 7.30 Uhr bis 19.30 Uhr.

Überhöhte Smogwerte

Der Smog sorgt nicht zum ersten Mal für Diskussionen in Norditalien. Laut einer Rangliste des Schweizer Unternehmens IqA belegt Mailand Platz drei im Ranking der Städte weltweit mit der stärksten Luftverschmutzung, gleich hinter Chengdu in China und Dhaka in Bangladesch. Der Mailänder Bürgermeister bestreitet allerdings die Richtigkeit dieser Daten.

Norditalien kämpft seit Jahren mit überhöhten Smogwerten, vor allem im Winter. Die hohe Feinstaubkonzentration ist unter anderem auf das warme und sonnige Wetter sowie auf zu wenig Regen und Wind zurückzuführen. Trotz Smogs und schlechter Luftqualität können oder wollen die meisten Italiener nicht auf ihr Auto verzichten. Der Pkw ist immer noch das meistverbreitete Verkehrsmittel, um in die Arbeit zu kommen.

Erstmals in Italien hatten sich Regierung, Regionen und Gemeinden 2017 auf ein gemeinsames Anti-Smog-Protokoll geeinigt. Dieses enthält eine Reihe von Maßnahmen, die Kommunen und Regionen ergreifen sollen, wenn die Feinstaubwerte mehr als sieben Tage lang über dem empfohlenen Höchstwert liegen. Damit sollen Italiens Städte mit ähnlichen Strategien im Kampf gegen Luftverschmutzung vorgehen. (APA)

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