Kunstmarkt: Rekord für Liebespaar

London feiert sich zurzeit selbst als Hot Spot des internationalen Kunstmarkts.

Eine in ihren letzten Zügen liegende Auktions-Saison, in der vor allem das Faxgerät von Sotheby's die Re daktionen mit Rekorden bombardierte, hyperventiliert zurzeit in London. Hierhin pilgerte die Sammlerschar von der "Art Basel", die am Montag ebenfalls mit einem Rekord - 52.000 Besucher - zu Ende ging. In der britischen Hauptstadt wurde die exklusive Kundschaft der "Impressionist, Modern, Contemporary Art"-Sales von Christie's und Sotheby's erstmals üppig mit einer "Art Fortnight" begrüßt: Zwei Wochen lang, bis 5. Juli noch, feiern sich hier Auktionshäuser, Galerien und Museen selber, vom exklusiven Late-Night-Dinner, Dutzenden Vernissagen-Parties bis hin zu den Auktionen in dieser Woche.

Es begann am Montag mit Sotheby's Spezial-Auktion von 15 Schiele-Blättern, großteils aus der Sammlung von Serge Sabarsky. Das aus anonymem Privatbesitz eingebrachte "Liebespaar" (1913) erzielte einen Auktions-Rekord für ein Werk Schieles auf Papier: Die 47,6 mal 31,8cm hohe Gouache wurde um 2,8 Millionen Euro zugeschlagen. Einige Stunden später wurden zwei Gemälde von Gustav Klimt, von der Österreichischen Galerie Belvedere heuer an die Erben nach dem Textilfabrikanten Bernhard Altmann sowie den Erben nach Hermine Lasus restituiert, ausgerufen. Das "Damenbildnis", geschätzt auf 1,48 bis 2,2 Mill. Â€, fand keinen Käufer. Das "Bauernhaus mit Birken" (2,96 bis 4,43 Mill. Euro) wurde zum unteren Schätzpreis zugeschlagen.

Insgesamt jedoch konnte Sotheby's die Abendauktion mit insgesamt 92,3 Millionen Euro Gesamtergebnis als erfolgreichsten "Impressionist & Modern Art"-Sale seit 15 Jahren verbuchen. 73 Prozent der 60 Lose wurden verkauft, den höchsten Preis erzielte der bis 1990 im Besitz des Guggenheim Museums gelistete "Gar§on   la veste bleu" von Amedeo Modigliani: 9,2 Millionen € war einem Privatsammler das nicht ganz ein Meter hohe Ölgemälde wert.

Das bislang höchste Einzelergebnis der aktuellen Londoner Auktionen konnte am Dienstag aber Konkurrent Christie's melden, der 46 Lose anbot: 9,97 Mill. € erreichte die "Odaliske am schwarzen Fauteuil" von Henri Matisse. Die Ergebnisse der Zeitgenossen-Auktionen waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Ein wenig unglamouröser als in London geht die Wiener Saison in die Sommerpause - von wegen "Vienna Art Fortnight". Der erste Teil der 50. Wiener Kunstauktionen am Dienstag brachte ein Ergebnis von 830.000 Euro. Immerhin kann sich Maria Lassnig freuen. Ihr Großformat "Sciencefiction" aus 1963 (110.000-180.000 €) stieg auf 140.000 €.

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